Jurawelt

Artikel 9740
Thomas Franosch
07.11.2004

Pflichtlektüre für den Medienrechtler

Eine Rezension zu:

Frank Fechner

Medienrecht

Lehrbuch des gesamten Medienrechts unter besonderer Berücksichtigung von Presse, Rundfunk und Multimedia

5. Auflage 2004

Mohr Siebeck, Tübingen 2004, 421 Seiten, 19,90 €
ISBN 3-8252-2154-7

http://www.mohr.de


Im September 2004 ist die 5. Auflage des Lehrbuchs zum Medienrecht erschienen. Die inzwischen bewährte Konzeption des Buches wurde beibehalten. Auf mehr als 400 Seiten führt Fechner in die wichtigsten Aspekte des Medienrechts ein. Dass es sich dabei um keine ganz einfache Aufgabe handelt, ergibt sich bereits daraus, dass es sich beim Medienrecht um eine sog. Querschnittsmaterie handelt. Eine Vielzahl von Rechtsvorschriften ist für die Klärung von medienrechtlichen Fragestellungen relevant. Fechner gelingt es das Medienrecht anschaulich und leicht verständlich darzustellen, wobei die Darstellung auch für den Nicht-Juristen nachvollziehbar ist. Zur Verständlichkeit trägt auch bei, dass Fechner vereinzelt auf Übersichten und Skizzen zurückgreift und so das Ausgeführte veranschaulicht.

Obwohl erst fünf Jahre seit der ersten Auflage vergangen sind, liegt das Buch zum Medienrecht von Fechner bereits in fünfter Auflage vor. Die kontinuierliche Weiterentwicklung des Medienrechts hat auch diesmal nach nur einem Jahr eine neue Auflage erforderlich gemacht. Wie im Rahmen einer neuen Auflage üblich, ist das Buch wieder um einige Seiten gewachsen. Neben der kontinuierlichen Weiterentwicklung von Rechtsprechung und Literatur wurden auch die gesetzlichen Neuregelungen berücksichtigt. Zu nennen sind hier insbesondere die TKG-Novelle, die Änderungen im UWG sowie des Filmförderungsgesetzes und des Rundfunkänderungsstaatsvertrages.

Bereits beim Inhalt wird deutlich, dass Fechner das Medienrecht aus einer Sichtweise des Öffentlichen Rechts betrachtet. Sein Allgemeiner Teil, welcher die vom Medium unabhängigen Rechtsfragen behandelt, widmet sich insbesondere der verfassungsrechtlichen Stellung der Medien. Ausführlicher als in vielen Grundrechtslehrbüchern werden die einzelnen Mediengrundrechte vorgestellt. Deutlich wird die Prägung der Medien durch die einzelnen Grundrechte. Weiter werden im Allgemeinen Teil auch Urheber-, Jugendschutz-, Datenschutz-, Wettbewerbs- und das Strafrecht behandelt. Ein eigenes Kapitel ist der europäischen und internationalen Medienordnung gewidmet. Im Besonderen Teil widmet sich Fechner den einzelnen Medien. Dargestellt werden Presse, Buch, Rundfunk, Film und Multimedia.

Primär richtet sich das Buch an Studenten der Rechtswissenschaften, welche anhand von Kontrollfragen die Möglichkeit haben, das Gelesene zu vertiefen. Aber auch für Rechtspraktiker und Medienschaffende ist das Buch gut geeignet. Zu jedem Kapitel sind Literaturübersichten zu finden, die ein Vertiefen der Materie ermöglichen. Im Text beschränkt sich Fechner auf wenige, wichtige Fundstellen. Vorkenntnisse sind zur Lektüre nicht erforderlich. Die gewählte Terminologie ist gut verständlich. Dies kommt dem Medienschaffenden zugute, dem Juristen fehlt es vereinzelt an der notwendigen Differenzierung.

Gesamteindruck:
Fechner gelingt es, mit seinem Lehrbuch einen hervorragenden Überblick über das Medienrecht zu vermitteln. Dabei geht die Darstellung an vielen Stellen über die wichtigsten Aspekte hinaus. Das Buch ermöglicht es, den Rahmen eines der dargestellten Rechtsgebiete schnell und dennoch fundiert zu erfassen. Der Preis von knapp 20 Euro ist äußerst studentenfreundlich. Der junge Klassiker ist sicherlich zur Pflichtlektüre für den (angehenden) Medienrechtler zu zählen.
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