RA Mark Laupichler
13.03.2004
Zahlungsverkehr im Internet
Eine Rezension zu:
Dania Neumann / Christian Bock
Zahlungsverkehr im Internet
Rechtliche Grundzüge klassischer und innovativer Zahlungsverfahren
1. Auflage
C.H. Beck, München 2004, 264 Seiten, 38,- €
ISBN 3-406-51253-4
http://www.beck.de
Bei dem von Neumann und Bock verfassten Buch "Zahlungsverkehr im Internet" handelt es sich um einen Überblick über sämtliche traditionellen und
zukunftsweisenden Eigenarten des elektronischen Zahlungsverkehrs. Es stellt die Grundsätze der betroffenen Rechtsbereiche dar und setzt sich mit den in der Praxis am
häufigsten auftretenden Fragen auseinander. Die Autoren dieses Buches sind auf den Zahlungsverkehr im Internet spezialisiert.
Das Werk behandelt die rechtlichen Grundzüge des elektronischen Zahlungsverkehrs aus der Sicht des Rechtsanwalts, soll jedoch auch Juristen aus allen Tätigkeitsbereichen wie
auch der Universität einen Überblick über den steten Wandel der Zahlungsverfahren und der zugrunde liegenden Zahlungsstrukturen geben. Diesem Anspruch wird das Buch aus
nachgenannten Gründen voll gerecht.
Zum Werk allgemein:
Das Schriftbild und die Art der Darstellung sind sehr übersichtlich. Der Inhalt des Buches entwickelt sich vom Allgemeinen zum Speziellen. Das erste Kapitel beschreibt die
"Bestandsaufnahme des Zahlungsverkehrs", das zweite die "Termini, Technik und Katalogisierung elektronischer Bezahlverfahren" – dient also der ersten
Grundlagenvermittlung. Dem erfahrenen Leser hilft es, sich die speziellen Regelungsbereiche und Begrifflichkeiten schnell wieder in das Gedächtnis zurückzurufen oder sich
mit der im Buch verwendeten Terminologie einig zu sein.
Erst danach wendet sich die Darstellung den Bezahlarten im Einzelnen zu – und zwar ausgehend von den Populären hin zu den in der Entwicklung befindlichen.
Den einzelnen Kapiteln werden zunächst Erläuterungen zum einführenden Verständnis vorangestellt, oftmals mit der Darstellung der ersten Zahlungs-Idee, deren technischer
Ausgestaltung und nachfolgenden Entwicklung sowie schließlich der Bewährung des Zahlungsmittels in der Praxis. Dem Rechtsgebiet entsprechend werden zahlreiche englische
Worte benutzt, an dem sich der empfindliche Leser nicht stören darf – maßgebliche Entwicklungen stammen halt von Übersee.
Einen zweiten Schwerpunkt neben der Darstellung der tatsächlichen Ausgestaltung nimmt die rechtliche, juristische Beleuchtung des Zahlungsmittels ein, ohne jedoch den Blick
auf den Gesamtzusammenhang des Zahlungsmittels mit dem Internet zu verlieren. So werden alle relevanten Rechts- und Leistungsbeziehungen zwischen den Beteiligten am
Zahlungsverkehr ausführlich dargestellt und rechtlich bewertet.
Erfreulich ist, dass das Werk nicht nur die Optimalausgestaltung des jeweiligen Zahlungsmittels darstellt und quasi "Schönfärberei" betreibt, sondern sich auch ganz bewusst
der Störanfälligkeit und der Missbrauchsgefahr des Zahlungsmittels zuwendet. Ich empfinde diese Bereiche des Werkes als ganz wesentlich, da sensible Fragen das
Zahlungsmittel auf die härteste Probe stellen – nämlich, ob das Zahlungsmittel als ein praxistaugliches einzustufen ist.
Ebenso breite Erläuterung finden Haftungs- und Verschuldensfragen – sowohl auf Kunden- als auf Anbieterseite.
Das Werk eignet sich auch zum Quereinstieg sowie zum gezielten Nachlesen. Der konkrete Gesetzeszusammenhang findet in den einzelnen Kapiteln ausreichend Berücksichtigung,
ohne das Werk zu wissenschaftlich werden zu lassen. Der Charakter eines Kurzlehrbuches für die Praxis steht deutlich im Vordergrund.
Die jeweiligen Kapitel sind lediglich in die wichtigsten Unterpunkte unterteilt. Eine weitere Untergliederung entsteht durch die Verwendung von Randziffern, durch die der
Beginn eines neuen Abschnitts gekennzeichnet ist. Die Darstellung ist insgesamt lebendig und zeitnah gestaltet.
Das ausführliche Sachregister verweist den Leser direkt auf die jeweilige Randziffer, in der das gesuchte Stichwort Erwähnung findet.
Im Einzelnen:
Das Werk wird nach den einführenden Hinweise zunächst mit den Kapiteln "Online-Banking und Homebanking", "Kreditzahlung im Internet" sowie anschließend "Innovative
vorbezahlte Zahlungsverfahren" (Pay before), "Innovative Zahlungsverfahren mit Lastschrifteinzug" (Pay now) und abschließend "Innovative Zahlungsverfahren mit Überweisung"
(Pay now) aufgebaut.
Wenn der Leser auch nicht durch jedes dieser Regelungsbereiche im selben Umfang betroffen ist, so erhält er nach deren Studium doch zumindest einen schnellen Eindruck davon,
welche Möglichkeiten aber auch Risiken das einzelne Zahlungsmittel bietet.
Gesamteindruck:
Das Buch ist hervorragend geeignet, dem interessierten Juristen, Studenten, Rechtsreferendar oder Rechtsanwalt – aber auch dem interessierten Laien – die
Grundzüge des "Zahlungsverkehrs im Internet" in anschaulicher und unkomplizierter Weise zu vermitteln.
Die Weiterentwicklung der allgemeinen Grundsätze zu den speziellen Anforderungen des Zahlungsverkehrs stellen Neumann und Bock in hervorragender und
eingehender Weise dar. Besonders derjenige, der den Zahlungsverkehr im Internet bislang als undurchschaubaren Sumpf tatsächlicher und rechtlicher Schwierigkeiten empfand,
wird dieses Werk zu schätzen wissen. Den Preis von 38 € empfinde ich gemessen an Art und Umfang der Darstellung als noch angemessen.
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