
In der Reihe
Xpert.press vermittelt der Springer-Verlag Professionals im
Projektmanagement sowie in den Bereichen Betriebs- und Informationssysteme, Software Engineering und Programmiersprachen aktuelles und kompetentes Fachwissen über Methoden,
Technologien und Produkte zur Entwicklung und Anwendung moderner Informationstechnologien.
Das Buch begrüßt den Leser zunächst in einer erfrischenden Aufmachung. Zu Anfang des Buches folgt das Inhaltsverzeichnis auf die Schnellübersicht. Diese Schnellübersicht
stellt weniger eine Grobgliederung der Inhalte des Buches dar, als vielmehr eine Zusammenstellung der wesentlichen Fragen aus der Software- und Datenbankpraxis (Wozu dienen
"Pflichtenhefte", was gehört zur "Ablieferung"). Hierdurch gelingt es dem Autor auf Anhieb, einen hohen Praxisbezug dieses Buches herzustellen, indem auf die Beantwortung
dieser ganz wesentlichen Einzelfragen konkret verwiesen wird.
Das Schriftbild und die Art der Darstellung sind sehr übersichtlich. Die Schlagworte sind kursiv dargestellt und werden stets in einzelnen Absätzen behandelt. Gelegentliche
Überschriften verdeutlichen dem Leser, wann er einen inhaltlichen Schwerpunkt verlässt und ein neuer Rechtsbereich eröffnet wird. Keinesfalls ist das Schriftbild
zergliedert, was meines Erachtens der Lesbarkeit zu Gute kommt. Der Autor entfernt sich auch auf angenehme Weise vom juristischen Schreibstil, um zu Gunsten eines
"erzählartigen" Sprachgebrauchs dieses komplizierte Rechtsgebiet zu erläutern. Damit dürfte auch der Rechtsanwalt, der sich erstmalig in diesem Gebiet fortbilden möchte,
einen erleichterten Einstieg in diese komplexe Materie des Software- und Datenbank-Rechts erhalten.
Im Einzelnen:
Wer lediglich eine Aneinanderreihung von Paragraphen und die Erläuterung von Stichworten erwartet, dürfte enttäuscht sein. Denn: Es handelt sich weder um ein Nachschlagewerk
noch um ein Arbeitsbuch, sondern um ein Lesebuch, welches Wissen und Verständnis vermitteln will. Insoweit unterscheidet sich das vorliegende Werk von klassischen
juristischen Arbeitsbüchern, indem es nicht nur auf die juristisch ausgebildete Leserschaft zugeschnitten ist, sondern auch denjenigen ansprechen will, der konkret hinter
dem zu entwickelnden Produkt/Projekt steht.
Aber auch der auf diesem Gebiet tätige Rechtsanwalt kann einen großen Nutzen aus diesem Werk ziehen. Dem Autor, der als Rechtsanwalt tätig ist, gelingt es in hervorragender
Weise, juristisch fundierte Aussagen mit Erläuterungen des praxisbezogenen Software-Engineerings zu kombinieren. So werden sämtliche Begriffe aus dem Softwarerecht wie
"Pflichtenheft" oder "Computerprogramm" in erfreulicher Ausführlichkeit erläutert.
In den 12 Kapiteln werden von "Software-bezogene Vertragsleistungen" bis "Strafrechtlicher Datenschutz von Software und Datenbanken" die zentralen software- und
datenbankrechtlichen Fragestellungen abgehandelt. Im Vordergrund der Darstellung steht die Beratung und Vertragsgestaltung rund um Softwareverträge. Dem Autor kommt es
darauf an, sämtliche rechtlich relevanten Gebiete zunächst grundlegend zu entwickeln und nach Vermittlung der Grundkenntnisse in der gebotenen juristischen Tiefe umfassend
zu beleuchten.
Alle maßgeblichen Fragen des Software- und Datenbankrechts werden angesprochen (Allgemeine Fragen mit Softwarebezug, Abgrenzung der einzelnen Vertragstypen zueinander,
AGB-Gestaltung, Verträge zur Erstellung oder Überlassung von Software, Vertrieb von Software, Schutz der Software iVm Urheberrecht, allg. Rechtsschutz im Zusammenhang mit
Software pp.).
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf den Rechten und Pflichten angestellter und freier Mitarbeiter im Zusammenhang mit Software- und Datenbank-Recht.
Der Autor beginnt in den einzelnen Kapiteln mit sehr allgemeinen Ausführungen zur Materie (Begriffserklärungen, Entwicklungstendenzen) und gelangt in der weiteren
Darstellung in immer speziellere Ausgestaltungen des Rechtsgebiets. Besonderer Wert wurde hierbei auf Aktualität sowie die Einbindung einer Darstellung des Rechtsschutzes
von Datenbanken und der Datenbankverträge gelegt. Zu Recht geht der Autor davon aus, dass Computerprogramme und Datenbanken oft technisch sehr eng verknüpft sind und
Verträge entsprechender, auch schutzrechtlicher Anpassung bedürfen. Daher ist die verknüpfende Darstellung sehr begrüßenswert.
Abgerundet wird das Buch mit einer Vielzahl von Musterverträgen (auch in Digitalform auf der beiliegenden CD-Rom - allerdings im pdf-Format), einem sehr ausführlichen
Stichwortverzeichnis sowie einer 19-seitigen Rechtsprechungsübersicht, die an die Stelle im Fließtext verweist, in welcher die Entscheidung eingearbeitet ist. Der Text
selbst beinhaltet, um die Lesbarkeit nicht zu stören, lediglich Fußnoten.
Gesamteindruck:
Mit dem
Handbuch Software- und Datenbank-Recht hat der Springer Verlag ein sehr empfehlenswertes Praxisbuch vorgelegt, welches als fachübergreifendes Werk voll zu
überzeugen vermag. Das Buch behandelt aus der Perspektive von Software-Häusern und Entwicklern alle für die Praxis relevanten Rechtsfragen. Einer der Gründe für den Erfolg
der Reihe
Xpert.press ist sicherlich die Vermischung der Zielgruppen. Der Jurist wird von diesem Buch ebenso profitieren wie der Softwareentwickler, bzw. -anwender,
da beide Gruppen gleichermaßen angesprochen werden. Dabei werden die Fachkenntnisse der einen Gruppe der anderen jeweils so verständlich unterbreitet, dass jede Gruppe ihren
"Tellerrand" automatisch verlässt und so zu einem Blick auf die Sicht der anderen Gruppe gelangt.
Die Tiefe der Darstellung vermittelt mehr als einen Überblick. Daher ist aber auch eine gewisse Geduld im Umgang mit diesem Buch erforderlich. Es ist, wie gesagt, kein
Nachschlagewerk im engeren Sinne. Verständnis und Wissensvermittlung kommen gleichermaßen zum Zuge. Der Preis von 69,95 € ist gemessen an Art und Umfang der Darstellung
angemessen.