Die Grundlagen für die Arbeit im IPR
Jayme/Hausmann (Hrsg.)
Internationales Privat- und Verfahrensrecht
ISBN 3-406-46722-9
http://www.beck.de
Das Textbuch von Jayme/Hausmann ist die maßgebliche Gesetzessammlung für die Arbeit im deutschen Internationalen Privatrecht, insoweit eine ideale Ergänzung zu
Kegel/Schurig, Internationales Privatrecht, 8. Aufl., München: C.H.Beck, 2000. Zugeschnitten auf den akademischen Unterricht im IPR ist es aber auch für den Praktiker
ungemein nützlich. Bereits der erste Blick in das Inhaltsverzeichnis offenbart die Bedeutung des Europa- und Völkerrechts für das heutige IPR. Aufgrund der Maßgeblichkeit
insbesondere des "Schengenbestandes" für das IPR ist nunmehr auch erstmals der Text des EGV teilweise aufgenommen worden. Eine ausgezeichnete Einleitung begründet die
Textauswahl, die überaus gelungen ist. Seit Erscheinen der Vorauflage hat sich die Textgrundlage erheblich verändert. Einzugehen war insbesondere auf das geänderte
Staatsangehörigkeitsrecht für die Bundesrepublik Deutschland, mit dem sich der deutsche Gesetzgeber gegen die internationale Tendenz gestellt hat, zunehmend auf den
Aufenthaltsort, nicht aber auf das Staatsangehörigskeitsprinzip abzustellen, auch wenn dieses Prinzip inzwischen vielfach durchbrochen ist. Interessant sind insbesondere die
zahlreichen, hier aufgenommenen Staatsverträge, die weitgehend von der Bundesrepublik Deutschland ratifiziert worden sind. Indessen beschränkt sich die Auswahl - nicht
zuletzt aus Kostengründen - strikt auf das Kollisionsrecht, so daß Staatsverträge auf dem Gebiet des materiellen Einheitsrechtes nicht berücksichtigt werden konnten, mit
Ausnahme des CISG. Bei den meisten Staatsverträgen sind die seitens der Bundesrepublik Deutschland erklärten Vorbehalte in den Anmerkungen berücksichtigt. Der
Anmerkungsapparat weist auf die vorzügliche Betreuung der Texte hin. Erfaßt werden indessen nicht nur Fragen des jeweiligen Kollisionsrechts der Sachstatute, sondern auch
die Kernmaterien des internationalen Zivilprozeßrechts, auch des Anerkennungs-und Zwangsvollstreckungsverfahrens. Interessant sind die wiedergegebenen internationalen
Verträge zur Schiedsgerichtsbarkeit und zur Beglaubigung und Legalisation von Urkunden, deren praktische Relevanz nicht hoch genug eingeschätzt werden können. Erfaßt wird
auch das internationale Insolvenzrecht. Ein ausgezeichnetes Register rundet diese interessante Textausgabe ab, die in ihrem Bereich nahezu konkurrenzlos ist.
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