Markus Neumann
Solides Basiswerk zum IPR
Eine Rezension zu:
Peter Hay
Prüfe Dein Wissen: Internationales Privatrecht
2. Auflage
C.H. Beck Verlag, München 2002, 345 S., 22,- €
ISBN 3406498086
http://www.beck.de
Das Buch „Internationales Privatrecht“ aus der Reihe „Prüfe Dein Wissen“ von Peter Hay ist im Herbst 2002 in der zweiten Auflage im Verlag C.H. Beck
erschienen. In die Neuauflage sind die Änderungen im internationalen Privat- und Zivilprozessrecht eingeflossen, insbesondere die durch das Inkrafttreten der EuGVO als
Nachfolger des EuGVÜ bedingten, und endlich auch die Änderungen im EGBGB (Art.38-46) durch die IPR-Reform von 1999.
Das Buch ist aufgebaut wie für die PdW Reihe üblich: Es wird eine Frage gestellt oder ein kurzer Fall geschildert, und dann die Lösung dargestellt. Das Layout des Buches -
in zwei Spalten, immer links auf der Seite die Frage, rechts daneben die Lösung - ist zwar schön anzusehen, trägt aber nicht immer zur Übersichtlichkeit bei, vor allem, wenn
die Fallfrage sehr lang ist oder man versuchen will, einen komplexeren Sachverhalt auf einen Blick zu erfassen.
Der erste Teil, insgesamt ein Drittel des Buches, widmet sich dem Internationalen Zivilprozessrecht. Nach einer kurzen Darstellung der Grundlagen stellt Hay die Regelungen
in der EuGVO dar und zeigt dabei Unterscheide und Parallelen zum vorhergehenden EuGVÜ sehr gut verständlich auf. Dann folgen unter anderem Fälle zur Zuständigkeit nach
autonomen deutschen Recht und schliesslich ein grösserer Block zur Anerkennung ausländischer Urteile. Das Internationale Privatrecht ist Gegenstand des zweiten Teils. Auch
hier geht ein Teil zu allgemeinen Begriffen und Problemen voran, dann kommen Fälle zu rechtsgeschäftlichen und anschliessend zu gesetzlichen Schuldverhältnissen,
Sachenrecht, Familienrecht, Erbrecht und Gesellschaftsrecht. Auch ein prägnanter Exkurs zum UN-Kaufrecht ist enthalten.
Das Buch soll (laut Klappentext) besonders auf die mündliche Prüfung im Wahlfach vorbereiten. Demzufolge werden teilweise konkrete Fragen gestellt („Welche
Rechtsquellen hat das IZPR?“) teilweise werden Sachverhalte angegeben, die in einem Teilaspekt gelöst werden sollen („Welches Gericht ist zuständig?“). Die
Sachverhaltsvorgaben stellen den überwiegenden Teil der 232 Fragestellungen (auf 364 Seiten) dar. Die Fragen und Fälle sind nach dem Zweck des Buches genau auf die Situation
der mündlichen Prüfung zugeschnitten, es werden immer nur Einzelprobleme betrachtet, eine umfassende Fallösung ist nie gefragt. Dies ist gerade eine der Stärken des Buches.
Die Probleme werden erläutert und Streitstände mit Weiterverweisen zur Nacharbeit und Vertiefung wiedergegeben. Dadurch wird ein Effekt erzielt wie bei einer Karteikarte:
Frage – Lösung. Die einzelnen Antworten sind dadurch leicht zu erarbeiten und zu lernen. Leider ist es zum schnellen Nachschlagen zur Klärung einer Frage nicht ideal
geeignet, da das Stichwortverzeichnis sehr kurz ist, und man spezielle Begriffe dort nicht immer finden kann. Um die einzelnen Problemkreise in Zusammenhang zu bringen,
braucht man neben diesem Buch noch ein Fallbuch (z.B. von Coester-Waltjen). Ausserdem ist das Buch kein Lehrbuch im üblichen Sinne, d.h. dass teilweise Probleme verkürzt
dargestellt werden und die Fragen nach der herrschenden Meinung gelöst werden, und so ist der Blick in ein ausführliches Buch zur Erfassung des gesamten Streitstandes
manchmal nötig (z.B. beim gewöhnlichen Aufenthalt).
Aber man kann das Buch sozusagen in kleinen Häppchen geniessen, es bildet eine gute Grundlage zur Nach- und Mitarbeit neben der Vorlesung sowie zum mündlichen Examen, eben
weil es nicht immer alle Facetten wiedergibt und damit einprägsam und übersichtlich bleibt. Hier ist auch zu erwähnen, dass das Werk leicht verständlich geschrieben ist. Das
Buch ist daher auch ohne Vorwissen problemlos nutzbar.
Insgesamt erhält der Leser für sein Geld ein sehr solides Basiswerk zum IPR (wobei die Betonung allerdings auf Basis liegt), das hält, was der Klappentext verspricht.
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