Susann Seifert
03.08.2004
Gelungene Einführung in das Europarecht
Eine Rezension zu:
Helmut Lecheler
Einführung in das Europarecht
2. Auflage
C.H. Beck, München 2003, 362 Seiten, 21,50 €
ISBN 3-406-50827-8
http://www.beck.de
Das vorliegende im Beck-Verlag im Jahre 2003 herausgegebene Buch "Einführung in das Europarecht" ist ein weiterer Band aus der bekannten JuS Schriftenreihe. Autor
dieses Buches ist Helmut Lecheler. Inhaltlich setzt sich das in der 2. Auflage erschienene Werk mit dem Lehrstoff des Pflichtfaches Europarecht auseinander. Grundlage
des Buches ist der Vertrag von Nizza. Anliegen des Autors ist es Grundkenntnisse des derzeitigen Rechtsbestandes der Europäischen Union zu vermitteln. Er wendet sich vor
allem an die Studienanfänger im Bereich des Europarechts, aber auch an diejenigen Studenten, die Europarecht als Pflicht- bzw. Wahlfach belegt haben. Die Neuauflage ist auf
dem Stand vom 30.04.2003. Arbeiten des Verfassungskonvents sind teilweise bis Juli 2003 berücksichtigt worden.
Das Lehrbuch ist insgesamt in zehn Kapitel gegliedert. Nach einer Einführung in Geschichte und Begriffe des europäischen Gemeinschaftsrechts befasst sich der Autor mit der
Struktur und Rechtsnatur der Europäischen Union als auch deren Aufgaben und Ziele. Mittelpunkt des dritten Kapitels ist das Verhältnis des Gemeinschaftsrechts zu den
verschiedenen nationalen Rechtsordnungen. Kapitel vier behandelt die Organe der Europäischen Union und der Europäischen Gemeinschaften. Unter anderem werden Aufgaben und
Zusammensetzung des Europäischen Rates, des Rates der EG, der Kommission, des Parlamentes, des Gerichtshofes, des Rechnungshofes oder auch der Europäischen Zentralbank
eingehend beschrieben.
Kapitel fünf beschäftigt sich mit dem primären und sekundären Gemeinschaftsrecht. Daneben findet der Leser Ausführungen zur Normenhierarchie im Gemeinschaftsrecht und zu den
einzelnen Auslegungsmethoden. Daraufhin erläutert Lecheler die Funktionen der Gemeinschaftsorgane in Kapitel sechs sowie den Rechtsschutz im Gemeinschaftsrecht in
Kapitel sieben. Näher dargelegt werden hier – um nur einige zu nennen – die Nichtigkeitsklage, die Untätigkeits- und Amtshaftungsklage, das
Vorabentscheidungsverfahren und der vorläufige Rechtsschutz. Dem schließt sich Kapitel acht an, welches die von den Grundrechten zu unterscheidenden Grundfreiheiten zum
Gegenstand hat. Dies sind der freie Warenverkehr, die Arbeitnehmerfreizügigkeit, die Dienstleistungsfreiheit, die Niederlassungsfreiheit und die Freiheit des Kapital- und
Zahlungsverkehrs. Schwerpunkt des neunten Kapitels sind die Politiken (bspw. Agrar-, Verkehrs-, Wettbewerbs-, Sozial- und Beschäftigungs-, Umwelt- und Gesundheitspolitik)
der Gemeinschaft. Der Autor beendet seine Erklärungen im zehnten Kapitel mit den Außenbeziehungen der Gemeinschaft.
Der Verfasser gibt dem Leser darüber hinaus zu Beginn zahlreicher Abschnitte nützliche Literaturhinweise zur Vertiefung. Desgleichen weist der Fußnotenapparat etliche
aktuelle und reichhaltige Quellenangaben auf. Viele Beispiele und Fälle tragen zur Auflockerung der Betrachtungen bei. Diese werden zusätzlich durch klar gestaltete
Übersichten unterstützt.
Gesamteindruck:
Das Buch bietet eine gut gegliederte und übersichtliche Einführung in die Problematik des Europarechts. Lecheler gelingt es die wichtigsten Probleme jenes
Rechtsgebietes umfassend darzustellen. Er geht auf klausurrelevante Themen ein und vermittelt diese sehr verständlich, sodass eine zügige Einarbeitung in das Europarecht
gewährleistet ist. Mit der Durcharbeitung des Werkes kann sich der Student solider Kenntnisse sicher sein. Alles in allem ist das Buch lesenswert und kann zur Anschaffung
empfohlen werden.
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