Jurawelt

Artikel 9855
Stefanie Samland
11.12.2004

10 Fälle zum neuen Schuldrecht

Eine Rezension zu:

Armin Höland / Maren Lode / Henning Meyer

Fälle mit Lösungen aus dem Schuldrecht


Klausurenkurs

Luchterhand, München 2004, 215 Seiten, 14,- €
ISBN 3-472-05219-8

http://www.luchterhand-fachverlag.de


Nach der Schuldrechtsreform sind nicht nur eine Menge neuer Lehrbücher, sondern auch diverse Fallsammlungen neu auf den Markt gekommen. In der Reihe Klausurenkurs im Luchterhand-Verlag gibt es z.B. zwei Bücher von Fezer "Klausurenkurs zum Schuldrecht Allgemeiner Teil" und "Klausurenkurs zum Schuldrecht Besonderer Teil". Neben diesen beiden Bänden hat Prof. Dr. Armin Höland gemeinsam mit wissenschaftlichen Mitarbeitern einen weiteren Band zum Schuldrecht herausgegeben. Dieser Band hat nicht den Anspruch, das gesamte Schuldrecht abzudecken, sondern konzentriert sich auf die Neuerungen durch die Schuldrechtsreform. So spielt in fast allen Fällen das Kaufrecht eine Rolle, welches als besonders klausurrelevant bezeichnet werden kann.

Nach den Sachverhalten werden jeweils kurze Gliederungen abgedruckt, die als Lösungsskizzen einen schnellen Überblick über die Probleme des Falles bieten. Anschließend werden ausführliche ausformulierte Lösungen präsentiert, die mit Fußnoten angereichert wurden. Die Lösungen sind sehr übersichtlich gestaltet und enthalten hin und wieder grau hinterlegte Kästen mit Hintergrundinformationen und Hinweisen. Zuweilen fallen diese Kästen auch länger aus, z.B. wird in Fall 2 auf Rechtsprechung des BGH vor der Reform hingewiesen und diskutiert, wie der BGH nach heutigem Recht wohl argumentieren würde. Hervorzuheben ist auch, dass die Verfasser bei Meinungsstreits darauf hinweisen, dass an bestimmten Stellen unterschiedliche Meinungen vertretbar sind und welche Konsequenzen es hat, wenn man der einen oder der anderen Meinung folgt.

Die Fälle sind recht anspruchsvoll und verdeutlichen häufig das Zusammenspiel von allgemeinem und besonderem Schuldrecht, aber auch Querverbindungen zum Sachenrecht werden nicht gescheut. Auch beliebte Klausurfragen wie der Kauf im Internet und die Anwendbarkeit von Allgemeinen Geschäftsbedingungen tauchen in den Fällen auf. Der letzte Fall beschäftigt sich mit der Arbeitnehmerhaftung aus Vertrag und Delikt und bezieht auch Haftungstatbestände aus dem StVG in die Überlegungen mit ein.

Gesamteindruck:
Wer anhand des Titels zu diesem Buch greift, um z.B. gezielt einen Mietrechtsfall zu lösen, wird enttäuscht sein. Das Buch beschränkt sich auf wesentliche Aspekte des Schuldrechts und erhebt keinen Anspruch auf vollständige Stoffabdeckung. Jedoch können die zehn Fälle durchaus als klausur- und examensrelevant bezeichnet werden. Wer diese durcharbeitet, wird auf typische Probleme des Gewährleistungs- und allgemeinen Schuldrechts vorbereitet sein.
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