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Artikel 5160
Martin Bahr

Grundriss zum AGB-Recht nach der Schuldrechtsreform

Eine Rezension zu:

Gerhard Ring / Thomas Klingelhöfer

Das neue AGB-Recht


Deutscher AnwaltVerlag, Bonn 2002, 207 Seiten, 35,- €
ISBN 3-8240-0551-4

http://www.anwaltverlag.de


Gerade am Beispiel der AGB hat sich gezeigt, wie katastrophal kurz die Übergangszeit zur Umstellung auf die neue Rechtslage war. Auch noch 6 Monate nach dem Inkrafttreten der Schuldrechtsreform haben zahlreiche Unternehmen - kleine wie große - ihre AGBs noch nicht auf den aktuellen Rechtsstand gebracht.

Der Anwalt Verlag hat in der Vergangenheit schon zahlreiche qualititativ hochwertige Bände zur Schuldrechtsreform herausgebracht: "Anwaltkommentar: Schuldrecht", "Das neue Schuldrecht in der anwaltlichen Praxis", "Das neue Schuldrecht: Fälle und Lösungen" und "Das neue Verjährungsrecht". Das neueste Werk verfestigt diesen ausgezeichneten Ruf.

Außer dem Werk von "Hammel / Schwab / Weber: AGB - Notwendige Änderungen nach der Schuldrechtsreform im Kaufrecht" gibt es momentan kein anderes Buch, das sich ausschließlich mit den Neuerungen im AGB-Recht beschäftigt. Der Ring / Klingelhöfer beendet nun diesen Quasi-Monopol-Status.

Ring ist Professor an der TU Freiburg/Sachsen, Klingelhöfer wissenschaftlicher Assisent. Es ist daher wenig verwunderlich, dass der Band die Erläuterungen an manchen Stellen eher aus wissenschaftlicher, denn aus praktischer Sicht beleuchtet. Das Werk ist jedoch keineswegs von Autoren aus dem Elfenbein geschrieben, sondern weist zahlreiche Bezüge, Tipps und Informationen zur alltäglichen Rechtspraxis auf.

Der angegebene Umfang von über 200 Seiten täuscht ein wenig, da im hinteren Teil zahlreiche Materialien als Anlage abgedruckt wurden, so dass die eigentlichen Erläuterungen "nur" etwas mehr als 150 Seiten betragen.

Gerade im Bereich der AGBs sind klare, eindeutige Vorhersagen so gut wie unmöglich. Kein seriöser Autor wird sich heute, nach so kurzer Zeit nach Inkrafttreten der Reform, auf eine Prognose einlassen, inwieweit die höchstrichterliche Rechtsprechung bestimmte Neuerungen auslegen wird.

Erfreulich an dem Werk ist insbesondere, dass das neue UKlaG nicht mit einem Zweizeiler abgetan wird, sondern auf immerhin fast 15 Seiten Berücksichtigung findet. Gerade für den Praktiker dürfte dieser Abschnitt überaus interessant sein.

Die Autoren sehen ihr Buch als Grundriss an. Ziel ist es, die Neuerungen verständlich darzustellen und deren Bedeutung hervorzuheben. Dementsprechend ist die Darstellung auch bewusst nicht in der Tiefe eines Kommentars gehalten, sondern versteht sich vielmehr als Anregung, sich anhand der zitierten Kommentarliteratur, Aufsätze und Gerichtsentscheidungen tiefergehend mit der Problematik zu befassen.

Personen, die eine detaillierte Erörterungen zu Spezialproblemen erwarten, ist vom Kauf des Ring / Klingelhöfer abzuraten. Alle anderen dagegen finden eine top-aktuelle Darstellung des neuen AGB-Rechts. Die Stoffaufbereitung und die Verständlichkeit der Darstellung sind vorbildlich.

Gesamteindruck:
Der Band ist als Grundriss konzipiert und hat eher lehrbuchartigen Charakter. Zielgruppe sind somit vorwiegend Personen, die an einer überblicksartigen Darstellung interessiert sind. Tiefergehende Anmerkungen oder Erörterungen zu Spezialproblemen sind nur vereinzelt zu finden.

CareerVenture jura spring am 27. April 2009 in Frankfurt
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