Jurawelt

Artikel 10210
Stefanie Samland
10.05.2005

Fundgrube an Klassiker-Fällen

Eine Rezension zu:

Haimo Schack / Hans-Peter Ackmann

Höchstrichterliche Rechtsprechung zum Bürgerlichen Recht

100 Entscheidungen für Studium, Examen und Referendariat

5. Auflage

C.H. Beck, München 2004, 435 Seiten, 21,- €
ISBN 3-406-52411-7

http://www.beck.de


Schon im ersten Semester werden die Studenten der Rechtswissenschaften mit den Klassikern der Rechtsprechung von Reichsgericht und Bundesgerichtshof vertraut gemacht. Wer kennt sie nicht, die Fälle Haakjöringsköd oder Trierer Weinversteigerung? Doch wer gibt sich die Mühe, die Vorlesung insoweit nachzubereiten und die Fälle tatsächlich im Originaltext zu lesen? Die Reihe JuS-Entscheidungen will dem Studenten diese Nachbereitung leicht machen, indem sie zu verschiedenen Rechtsgebieten die wichtigsten höchstrichterlichen Entscheidungen in einem Buch aufbereitet. Das Werk zum Bürgerlichen Recht ist nun in der 5. Auflage erschienen und enthält 100 Entscheidungen zu allen Bereichen des BGB.

Die zwei oben genannten Entscheidungen sind zwar nicht in der Sammlung enthalten – Haakjöringsköd ist in der vorliegenden Auflage wegen geänderter Gesetzeslage eliminiert worden –, jedoch findet der Leser zahlreiche andere "alte Bekannte". Exemplarisch seien der Gemüseblattfall, der Flugreisefall oder der Jungbullenfall genannt. Aber auch einschlägige neuere Entscheidungen wie ricardo.de oder Berliner Testament sind in der Sammlung repräsentiert. Die ebenso wichtige Entscheidung zur Rechtsfähigkeit der GbR muss aber außen vor bleiben, da diese das Gesellschaftsrecht und nicht das Bürgerliche Recht betrifft.

Die im vorliegenden Buch enthaltenen Entscheidungen entstammen fast vollständig der Rechtsprechung des BGH. Vereinzelt sind Entscheidungen von Oberlandesgerichten und des Bundesverfassungsgerichts zitiert. Neu eingefügt wurde auch ein Urteil des EuGH.

Um den Studenten an die ganzheitliche Lektüre von Entscheidungen heranzuführen, wurden die Urteile nicht als Auszüge, sondern nahezu komplett mit Sachverhalt und Gründen abgedruckt. Zu jeder Entscheidung gibt es zudem die NJW-Fundstelle und Parallel-Fundstellen. Besonders wertvoll für Hausarbeiten ist es, dass jeweils die Seitenumbrüche in der NJW mit angegeben werden. So kann der eine oder andere Gang in die Bibliothek entfallen.

Zu jeder Entscheidung sind am Ende Vertiefungsfragen bzw. -anregungen beigefügt. So wird der Leser animiert, genauer über die Bedeutung einzelner Passagen und die Einordnung der Entscheidung in das Bürgerliche Recht nachzudenken. Die Verfasser regen an, sich für jede Entscheidung mindestens 45min Zeit zu nehmen, um diese gründlich durchzuarbeiten.

Gesamteindruck:
Alle wichtigen Entscheidungen zum Bürgerlichen Recht kann auch das vorliegende Buch nicht zusammenstellen, dazu gibt es zu viele "Klassiker". Die Auswahl der 100 höchstrichterlichen Entscheidungen von Schack/Ackmann ist jedoch sehr gelungen und spiegelt gut die Bedeutung der einzelnen Bücher des BGB in der studentischen Fallbearbeitung wider. Der übersichtliche Zweispaltendruck lässt auch die sorgfältige Lektüre der kompletten Entscheidungen nicht zur Qual werden. Fazit: Der Aufforderung Verfasser zum gründlichen Durcharbeiten sollte unbedingt Folge geleistet werden – Kenntnisse in der Rechtsprechung des BGH zahlen sich im Examen aus.
CareerVenture jura spring am 27. April 2009 in Frankfurt
"Strafrechtliche Bewertung vom Phishing und Pharming Angriffen" von David Schneider
Wahlstation in Singapore
Nachrichten zum Internetrecht





Copyright © 2000-2008 Jurawelt