Jurawelt

"RVG" von Hans-Jochem Mayer / Ludwig Kroiß (Hrsg.)
RAin Tanja Fuß, MPA, Stuttgart
18.04.2012

Umfangreiches Kapitel zu Honorarverhandlungen

Eine Rezension zu:

Hans-Jochem Mayer / Ludwig Kroiß (Hrsg.)

RVG

mit Streitwertkommentar und Tabellen

Handkommentar

5. Auflage

Nomos, Baden-Baden 2012, 1.738 Seiten, 98 €
ISBN 978-3-8329-6908-0

http://www.nomos.de


Der Mayer/Kroiß stellt auf rund 1.600 Seiten alles Wichtige zum Gebührenrecht dar. Neben einer Kommentierung des RVG und des Vergütungsverzeichnisses erfolgt in zwei Anhängen, gut hervorgehoben mit rot gefärbten Seitenrändern, auf rund 150 Seiten eine Streitwertkommentierung sowie auf rund 70 Seiten der Abdruck diverser Gebührentabellen und Tabellen zum Prozesskostenrisiko.

Die Kommentierungen zum RVG und zum Vergütungsverzeichnis nehmen naturgemäß den mit Abstand größten Raum ein. Im Anschluss an den Abdruck der jeweiligen Vorschrift sorgt ein Inhaltsverzeichnis für einen ersten Überblick.

Die Streitwertkommentierung ist in einen Allgemeinen Teil sowie in die verschiedenen Rechtsgebiete wie Arbeitsrecht, Erbrecht, Familienrecht, Mietrecht u.a. untergliedert. Innerhalb dieser Untergliederung findet man den gesuchten Streitwert schnell durch Nachschlagen des entsprechenden Schlagworts, etwa im Arbeitsrecht "Entfernung Abmahnung aus Personalakte", "Kündigungsschutzklage" oder "Eingruppierung".

Seit dieser Auflage ist zudem ein separater Anhang im Anschluss an die Kommentierung zu § 34 RVG enthalten, der sich in rund 70 Seiten ausführlich mit theoretischen und praktischen Fragen erfolgreicher Honorarverhandlungen befasst. Checklisten, Tipps, Gesprächsbausteine für Mandantengespräche und eine Darstellung verschiedener Verhandlungsstrategien helfen, in der Praxis das gewünschte Honorar durchzusetzen.

Der Mayer/Kroiß überzeugt durch seine anschauliche und praxisorientierte Darstellung. Es werden immer wieder Beispiele angeführt, z.B. was unter den Begriff „Nichtvermögensrechtliche Ansprüche“ fällt, oder es wird die Rechtslage anhand eines Beispielsfalls dargestellt, z.B. welche Auswirkungen es auf die Gebühren hat, wenn ein Verfahren getrennt wird. Auch kurze Formulierungshilfen, beispielsweise zum Hinweis des Mandanten auf die Abhängigkeit der anfallenden Gebühren vom Gegenstandswert, werden geboten. Sofern andere rechtliche Vorschriften relevant sind, sind auch diese abgedruckt, wie z.B. § 24 der Notarordnung bei einem zugleich als Rechtsanwalt zugelassenen Notar. Oder es wird – durch Fettdruck hervorgehoben – eine dringende Empfehlung abgegeben, wie sich der Anwalt in der Praxis verhalten sollte.

Gut zu lesen ist der Mayer/Kroiß vor allem aufgrund der angenehm kurz gehaltenen Sätze und den im unteren Abschnitt jeder Seite gesondert angeführten Fußnoten.

Aufgrund der aktuellen Auflage ist bereits die neue Rechtsprechung zu den Anwendungsproblemen des § 15 a RVG dargestellt. Eine ausführliche Darstellung mit vielen Beispielen und einem historischem Abriss bringen dem Leser dieses häufig relevante Problemfeld näher.

Preislich hält sich das Werk mit 98 € im Rahmen und liegt rund 10 € unter dem anderen Standardwerk im Bereich Gebührenrecht, dem Kommentar Gerold/Schmidt aus dem Beck-Verlag.

Gesamteindruck:
Der Mayer/Kroiß ist ein hervorragender Kommentar zum RVG für den Praktiker und eine echte Alternative zum Gerold/Schmidt. Er liest sich gut und erklärt Problemfelder anschaulich durch Beispiele. Aufgrund der immer größer werdenden Bedeutung von Vergütungsvereinbarungen in der Anwaltspraxis stellt das neu eingefügte Kapitel über Honorarverhandlungen einen echten Mehrwert dar.
"Bürgerliches Gesetzbuch - Band 2: Schuldrecht §§ 241 - 853 BGB" von Barbara Dauner-Lieb / Werner Langen
Bremen
Tettnang, Avira
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