Jurawelt

Artikel 10903
Stefanie Samland
14.02.2006

Verschiedenste Formulierungsvorlagen

Eine Rezension zu:

Matthias Winkler

Vorsorgeverfügungen


Patientenverfügung
Vorsorgevollmacht
Betreuungs- und
Organverfügung

Reihe: Beck'sche Musterverträge Band 44

2. Auflage

C.H. Beck, München 2005, 109 Seiten + CD-ROM, 14,80 €
ISBN 3-406-52680-2

http://www.beck.de


Die Fülle der Literatur zu Patientenverfügungen und Vorsorgevollmachten ist inzwischen unübersehbar geworden. Das Buch von Winkler aus der Reihe Beck'sche Musterverträge konzentriert sich auf mögliche Formulierungen für Vorsorgeverfügungen, die als Mustertexte in dem kleinen Büchlein veröffentlicht sind. Selbstredend stehen die Muster nicht kommentarlos im Raum, sondern es gibt einzelne Erläuterungen zu den jeweiligen Abschnitten. Das Buch richtet sich an alle am Thema Interessierten. Aufgrund der vielen Verweise auf Gesetzesnormen und Rechtsprechung wird es aber dem juristischen Laien nicht ganz leicht fallen, die juristische Tragweite der Texte zu überblicken, so dass ein Blick in die entsprechenden Gesetze ebenso nötig sein wird wie die evtl. Konsultation eines Anwalts oder Notars, wenn man eine verbindliche Erklärung in diesem Bereich verfassen möchte.

Zunächst leitet der Verfasser anschaulich in die Materie ein und zeigt auf, dass er sich nicht auf die üblicherweise behandelten drei Verfügungen Vorsorgevollmacht, Betreuungsverfügung und Patientenverfügung beschränkt, sondern dass auch das Thema Organspende Inhalt des Buches ist. Im anschließenden Teil werden die vorgeschlagenen Muster zunächst ohne weitere Kommentare abgedruckt. Schon hier ist ersichtlich, dass es die Verfügung nicht gibt, sondern dass je nach persönlicher Situation andere Formulierungen notwendig sind. Der Verfasser bietet immer wieder Varianten an, die unterschiedliche Lebenssituationen erfassen.

Im Mittelteil des Buches werden die Formulierungsmuster erneut aufgegriffen und näher erläutert. Dabei geht der Autor insb. darauf ein, wie die Gerichte einzelne Passagen auffassen, z.B. die Formulierung "irreversibel tödlich verlaufend" in Patientenverfügungen. Im Gegensatz zu manch anderen Ratgebern ist dem vorliegenden Werk zu bescheinigen, dass es nicht nur die Frage aufgreift, wie man lebensverlängernde Maßnahmen am Lebensende mittels einer Patientenverfügung verhindert, sondern auch Formulierungen dafür anbietet, zu erklären, dass man derartige Maßnahmen unbedingt wünscht.

Da das recht kleine Format des Buches dazu führt, dass die Mustertexte häufig mehrere Seiten umfassen, bietet es sich nicht zum Kopieren an. Dafür sind aber alle Texte auf der beiliegenden CD-ROM abrufbar und können so auf dem heimischen PC auch der persönlichen Situation angepasst werden. Leider sind auch die dortigen Dateien im Format des Buches gestaltet und auf die Mitte eines A4-Blattes gesetzt, so dass man erstmal Änderungen der Seiteneinstellungen vornehmen muss, damit sich die Verfügungen in ansehnlicher Form ausdrucken lassen.

Gesamteindruck:
Demjenigen, der rechtsverbindliche Vorsorgeverfügungen verfassen möchte und sich schon etwas in den entsprechenden Gesetzen auskennt oder anwaltlichen Rat zur Verfügung hat, kann dieses Buch empfohlen werden. Für Praktiker, die auf diesem Feld beratend tätig sind, stellen die Musterverfügungen wertvolle Ausgangspunkte dar. Etwas befremdlich ist lediglich der Standort der Literatur- und Rechtsprechungshinweise gesammelt am Ende des Buches.
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