Jurawelt

Artikel 9767
RA Jörn Hülsemann
17.11.2004

Entscheidungsfindung bei Existenzgründung

Eine Rezension zu:

Mandy Zeh / Reinhard Schnell

Mit Ich-AG und Überbrückungsgeld selbstständig


1. Auflage

Haufe, Freiburg 2004, 128 Seiten, 6,60 €
ISBN 3-448-06354-1

http://www.haufe.de


Ein "Taschen Guide" soll dem Anwalt weiterhelfen? Ein wenig skeptisch war ich ja schon, als ich das kleine Büchlein bekam. Hilft der Titel, die Entscheidung für eine "Ich-AG" bzw. das Überbrückungsgeld zu treffen? Um das Ergebnis vorwegzunehmen: Ja – und noch mehr!

Das Autorenteam schafft es, nicht nur eine solide Handlungsanleitung für die Wahl zwischen den beiden Förderungsmöglichkeiten darzustellen. Es bietet darüber hinaus eine erste Einführung in die Probleme, die sich ergeben, wenn man sich selbstständig machen will.

Das Buch ist in vier große Teile gegliedert. Der erste Teil beschäftigt sich mit den beiden Förderungsmöglichkeiten durch die Bundesagentur für Arbeit. In diesem Teil wird auch die Frage geklärt, welche der beiden Varianten der Förderung für bestimmte zukünftige Existenzgründer besser ist. Im zweiten Teil werden dann die notwendigen Schritte vorgestellt, die für den Schritt in die Selbstständigkeit erforderlich sind. Im 3. Teil wird behandelt, was zu beachten ist, wenn man selbstständig ist. Der vierte Teil behandelt die Risiken des Scheiterns der Existenzgründung.

Im ersten Teil überzeugt die verständliche Darstellung der beiden Förderungsmöglichkeiten. Dem Anwalt, der sich nicht häufig mit Sozialrecht oder Existenzgründungen beschäftigt, werden hier unter Hinweis auf die maßgeblichen Normen des Sozialgesetzbuchs die Anspruchsvoraussetzungen aufgezeigt. Für die Entscheidung für eine der beiden Fördermöglichkeiten ist die Synopse der beiden Instrumente sehr hilfreich. Auch die weiteren Checklisten, in denen etwa der private Finanzstatus des künftigen Unternehmers abgefragt wird, können Fehlentscheidungen vermeiden. Wer z.B. beim Selbst-Check zur Frage "Sind Sie ein Unternehmertyp?" häufiger mit "nein" als mit "ja" antwortet, sollte besser nicht Unternehmer werden.

Im zweiten Teil gibt es dann konkrete Handlungsanleitungen für das Ausfüllen der Formulare. Zudem gibt es ein Beispiel für ein Unternehmenskonzept (Business-Plan).

Der 3. Teil schildert anschaulich die Pflichten, die ein Unternehmer hat. Die Darstellungen ist sehr eingängig und kann auch Rechtsanwältinnen und Rechtsanwältinnen nur empfohlen werden, die erst vor kurzem ihre Zulassung erhalten haben und sich bislang mit Buchführung nicht weiter auseinander gesetzt haben.

Nicht jede Existenzgründung ist erfolgreich. Die größten Fehler, die ein junger Unternehmer machen kann, werden im vierten Teil beschrieben. Zu Recht wird darauf hingewiesen, rechtzeitig Insolvenz anzumelden, wenn die Unternehmungen keine Erfolgsaussichten haben.

Gesamteindruck:
Das Buch ist ein sehr nützlicher, preiswerter erster Ratgeber für alle diejenigen, die sich über die beiden Förderungsmöglichkeiten der Bundesagentur für Existenzgründer informieren wollen. Wegen der wichtigen Hinweise zur Existenzgründung sollten es Referendare rechtzeitig zur Hand nehmen. Der Anwalt findet immer wieder Anregungen für einen Mandantengespräch mit potenziellen Existenzgründern.
"Der Aktenvortrag im Strafrecht" von Michael Schmitz, "Der Aktenvortrag im Zivilrecht" von Claudia Theesfeld und "Der Aktenvortrag im Öffentlichen Recht" von Holger Janssen
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Barcelona, Kanzlei VOELKER
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