Jurawelt

Artikel 9518
Stefanie Samland
31.08.2004

Vierteljährlich aktuell

Eine Rezension zu:

Deutscher AnwaltVerlag

Bundesdeutsche Gesetze


Ausgabe 2/2004

Deutscher AnwaltVerlag, Bonn 2004, Stand: 12. Mai 2004, 1 CD-ROM, 16,- €
ISBN 3-8240-0685-5

http://www.anwaltverlag.de


Jeder, der täglich seinen Schönfelder hin- und herträgt, weiß, warum diese Gesetzessammlung in Juristenkreisen auch "Ziegelstein" genannt wird. Zusammen mit Sartorius und eventuellen Ergänzungsbänden kommt schon eine gewisse Masse zusammen, will man alle nötigen Gesetze zur Hand haben. Die CD-ROM "Bundesdeutsche Gesetze" vom Deutschen AnwaltVerlag bietet eine Alternative für alle, die am PC arbeiten, sei es für Haus- und Seminararbeiten oder auch in der Kanzlei bzw. am Gericht oder in einem Unternehmen. Vorbei ist es mit dem Schleppen schwerer Gesetze, dafür erhält man vierteljährlich neu "mehr als 400 Bundesgesetze für Studium und Praxis" für den Computer. Die Aktualität wird also – ähnlich wie bei den Ergänzungslieferungen für Schönfelder & Co. gewahrt. Der große Vorteil gegenüber den Loseblattsammlungen ist, dass auf der CD-ROM alle Gesetze beisammen und nicht nach Öffentlichem Recht und Zivil-/Straf-/Berufsrecht getrennt zu finden sind.

Auf der CD-ROM sind vom Abgeordnetengesetz bis zum Zwangsversteigerungsgesetz alle nur denkbar wichtigen deutschen Bundesgesetze enthalten. Neben den im Studium relevanten Vorschriften, die soweit ersichtlich nahezu ausnahmslos vertreten sind, findet der Nutzer auch ausgefallenere Vorschriften, wie z.B. das Berlinförderungsgesetz 1990 oder die Verordnung zum Schutz gegen die vesikuläre Schweinekrankheit. Auch der Steuerrechtler wird "seine" Gesetze auf der CD-ROM wiederfinden. Ganz aktuell in der neuen Ausgabe 2/2004 wurde auch das Rechtsanwaltsvergütungsgesetz aufgenommen, parallel ist aber immer noch auch die BRAGO auf der CD-ROM.

Als Darstellungsprogramm wurde der Acrobat Reader gewählt. Jedes Gesetz ist in einer pdf-Datei auf die CD-ROM gepresst worden, bei der Installation wird zudem eine Startseite mit der Gesetzesübersicht als Lesezeichen links angelegt. Nach der Installation wird immer noch auf die CD-ROM zugegriffen, dies kann nur verhindert werden, indem der Inhalt der CD-ROM zuvor auf Festplatte kopiert wird. Eigentlich wäre – wenn man nichts gegen ständigen Zugriff auf die CD-ROM hat – eine Installation gar nicht nötig, da man auch so schon anhand des Dateinamens auf jedes Gesetz einzeln zugreifen kann.

Jedem Gesetz ist ein Index vorangestellt, aus dem direkt auf die einzelnen Paragrafen per Link zugegriffen werden kann. Auch Gesetzesänderungen sind vermerkt. Als Suchfunktion steht lediglich die aus dem Acrobat Reader zur Verfügung, hier wäre mehr Funktionalität zu wünschen. Z.B. wäre es auch vorteilhaft, wenn man zur zuvor aufgerufenen Vorschrift zurückspringen könnte, das Navigieren zwischen mehreren Gesetzen ist nur über das Hauptmenü möglich. Ein paralleles Arbeiten mit zwei Gesetzen gestaltet sich daher schwieriger als wenn man den Schönfelder vor sich hat und blättern kann.

Gesamteindruck:
Wer ohne Laptop in der Bibliothek arbeiten möchte oder einfach lieber Papier zwischen den Fingern hat, wird mit der vorliegenden CD-ROM nicht glücklich werden. Für Kanzlei oder Büro oder aber bei Seminararbeiten mit ungewöhnlichen Fragestellungen, in denen auch mal Gesetze aus verschiedenen Rechtsgebieten konsultiert werden müssen, ist die CD-ROM mit den Bundesdeutschen Gesetzen eine tolle Alternative zu mehreren Gesetzessammlungen auf dem Tisch. Die Auswahl der Gesetze ist – mal davon abgesehen, dass der Student bedauern wird, dass es sich bei den Europarechtstexten nicht um "Bundesdeutsche Gesetze" handelt – hervorragend, das Preis-Leistungs-Verhältnis in Ordnung. Einzelne Funktionen wären noch wünschenswert, aber insgesamt arbeitet es sich mit der Gesetzessammlung sehr gut.
"Der Aktenvortrag im Strafrecht" von Michael Schmitz, "Der Aktenvortrag im Zivilrecht" von Claudia Theesfeld und "Der Aktenvortrag im Öffentlichen Recht" von Holger Janssen
"Strafrechtliche Bewertung vom Phishing und Pharming Angriffen" von David Schneider
Barcelona, Kanzlei VOELKER
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