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Artikel 7922
Ronald Moosburner

Gute Arbeitsanleitung für Studenten

Eine Rezension zu:

Peter J. Tettinger

Einführung in die juristische Arbeitstechnik

3. Auflage

JuS-Schriftenreihe, Band 81

Verlag C.H. Beck, München 2003, 253 S., 18,80 €
ISBN 3-406-48723-8

http://www.beck.de

Das vorliegende Werk gehört zu den „Lernbüchern“ im Rahmen der JuS-Schriftenreihe und ist mittlerweile in der dritten Auflage erschienen. Es richtet sich nicht nur an den Studienanfänger, sondern genauso an Fortgeschrittene, Examenskandidaten und Doktoranden. Die Darstellung hat dabei ihren Schwerpunkt im öffentlich-rechtlichen Bereich.

Das Buch beginnt mit einer kurzen Einführung in die allgemeinen Hilfsmittel im juristischen Studium. Hier werden nicht nur die wichtigsten technischen Begriffe für die Bibliotheksbenutzung erklärt, sondern auch wichtige Datenbanksysteme zur Recherche von Literatur und Urteilen vorgestellt. Leider ist das Buch allerdings wegen der schnellen Entwicklung in diesem Bereich schon kurz nach seinem Erscheinen nicht mehr auf dem neuesten Stand, dennoch sind die enthaltenen Hinweise für den Einstieg eine gute Hilfe.

Der erste lange Abschnitt widmet sich sodann der Arbeit mit den eigentlichen juristischen Materialien, nämlich Gesetz, Rechtsprechung und Fachliteratur. Grundsätzlich sind dies Bereiche, die spätestens dem fortgeschrittenen Studenten eingehend bekannt sein sollten. Dennoch sind die Ausführungen hier informativ und können jedem Leser der verschiedenen Zielgruppen zumindest in Details noch neues Wissen vermitteln. Ein wenig zu einfach ist vielleicht die Einteilung der spezifischen Ausbildungsliteratur geraten. Denn die Konzepte sind hier so vielgestaltig, dass eine umfassende Untersuchung einen weitaus größeren Rahmen erfordern würde. Diese Vielfalt lässt die Grobeinteilung nur erahnen, der Student sollte jedoch nicht den falschen Eindruck gewinnen, dass sie sich in den aufgeführten Formen erschöpft. In diesem Zusammenhang auffällig ist auch das Fehlen von Studienskripten in der Auflistung. Man kann inhaltlich zu diesen Materialien stehen wie man will, aus dem Arbeitsalltag von Studenten sind sie jedenfalls seit langem nicht mehr wegzudenken, so dass sie als Teil studentischer Arbeitsmaterialien anerkannt werden sollten.

Die Ausführungen zur Klausurtechnik sind sowohl für Anfänger als auch für Fortgeschrittene hilfreich. Sie sind mit zahlreichen Beispielen aus Klausursachverhalten versehen, wobei immer wieder auch typische Fehler aufgezeigt werden. Die Beispiele sind dabei meist recht lebensnah, vereinzelt überfordern sie jedoch zumindest den Anfänger ein wenig, der etwa mit den hausarbeitstypischen aufgeführten Spezialgesetzen unter Umständen noch wenig anfangen kann. Allein die Gliederung könnte hier graphisch stärker betont werden, damit der Leser einen zuverlässigen Leitfaden für das Vorgehen bei der Klausurlösung an die Hand bekommt. Sehr empfehlenswert ist nicht nur die Lektüre des Kapitels zur akzeptablen Gesetzesanwendung sondern auch der Ausführungen zum Verständnis der Fallfrage, welches Studenten in sehr vielen Fällen erhebliche Probleme macht.

Auch die Hinweise zur Hausarbeit sind schließlich eine gute Hilfe, gerade hinsichtlich Schwerpunktbildung und Streitstandsdarstellung. Der abschließende Teil zur Themenarbeit kann dagegen nur einen Einstieg bilden. Wer sich hierzu vertieft informieren möchte, sollte vor allem bei der Anfertigung einer größeren Arbeit wie etwa einer Dissertation in jedem Fall vertiefende Lektüre heranziehen.

Gesamteindruck: Das Buch ist eine exzellente Hilfe für Anfänger wie Fortgeschrittene unter Studenten. Es bietet mehr als nur einen Einstieg in die juristische Arbeitstechnik, vor allem im Öffentlichen Recht. Wer sich allerdings außerhalb der studentischen „Kernkompetenzen“ wie Klausur und Hausarbeit informieren möchte, wird um vertiefende Literatur nicht herumkommen.
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