So vielfältig wie Verträge sein können, so vielfältig ist auch die Literatur zur Vertragsgestaltung. Während das Werk von
Langenfeld wissenschaftlich in die Tiefe geht, nehmen
Junker/Kamanabrou die Leser beim Erlernen der
Technik der Vertragsgestaltung an die Hand und verdeutlichen die einzelnen Schritte anhand anschaulicher Beispiele. In praktischer Hinsicht findet man bei
Langenfeld die Anwendungsfälle in einer Familie von der Gründung einer Ein-Mann-GmbH bis hin zu Familien- und
Erbrecht, während
Junker/Kamanabrou die Beratung von Unternehmen im Blick haben. Eine genaues Augenmerk bei der Entscheidung für das eine oder andere Buch ist daher
geboten.
Im vorliegenden Kurz-Lehrbuch umfasst die Einführung in die Vertragsgestaltung knapp 40 Seiten, die praktische Anwendung ca. 140 Seiten. Bereits der erste Teil ist äußerst
lesenswert. Die Autoren verdeutlichen dem eifrigen Leser, dass Vertragsgestaltung nicht allein aus der Abfassung des Vertragstextes besteht, sondern die Musik bereits in den
Vorüberlegungen spielt. Ziele und Interessen beider Vertragsparteien müssen ermittelt und zu einer Lösung geführt werden. Dies geschieht in den Vertragsverhandlungen, denen
die Autoren ein eigenes Kapitel widmen. Sehr anschaulich beschreiben sie die verschiedenen Verhandlungstypen und deren Agieren in verschiedenen Situationen sowie
Verhandlungstaktiken. Zu jedem Unterpunkt werden Beispiele geboten, die die Besonderheiten der einzelnen Strategien aufzeigen.
Der praktische Teil des Buches umreißt die Vertragswerke, die dem Unternehmer typischerweise begegnen: angefangen von Allgemeinen Geschäftsbedingungen über Kaufverträge,
Gesellschaftsverträge und Arbeitsverträge bis hin zu internationale Verträgen. Neben allgemeinen Informationen über die einzelnen Themenbereiche halten die Autoren
Beispielsfälle bereit, anhand derer einzelne Klausel erarbeitet werden. So entwickeln die Autoren im Rahmen des AGB-Kapitels für drei verschiedene Klauseln mehrere
Gestaltungsmöglichkeiten, geben Hinweise zur Unwirksamkeit einzelner Gestaltungen und bieten schließlich konkrete Formulierungsvorschläge. Am Beispiel des
Gesellschaftsrechts wird einmal mehr erläutert, dass vor Abfassung eines Vertrages zunächst genau geprüft werden muss, was eigentlich gewollt ist, konkret, welche
Gesellschaftsform die Ziele der Beteiligten am besten abbildet. Dabei wird auch der Prozess der Informationsgewinnung durch den begleitenden Anwalt geschildert, der
bestimmte Nachfragen stellen muss, um die beste Lösung vorschlagen zu können.
Gesamteindruck:
Das in der Reihe
Juristische Kurz-Lehrbücher erschienene Werk von
Junker/Kamanabrou ist nicht nur für Studenten, sondern auch für Anwälte, die Unternehmen
beraten, ein wertvoller Begleiter. Das Buch besticht durch seine Anschaulichkeit und praktische Ausrichtung.