Jurawelt

"Der Aktenvortrag im Strafrecht" von Michael Schmitz, "Der Aktenvortrag im Zivilrecht" von Claudia Theesfeld und "Der Aktenvortrag im Öffentlichen Recht" von Holger Janssen
Stefanie Kleinmanns
04.09.2008

Kurzanleitungen mit gelungenen Musterfällen

Eine Rezension zu:

Michael Schmitz

Der Aktenvortrag im Strafrecht


2. Auflage

Niederle Media, Altenberge 2007, 103 Seiten, 7,- €

ISBN 978-3-86724-141-0


sowie


Claudia Theesfeld

Der Aktenvortrag im Zivilrecht


2. Auflage

Niederle Media, Altenberge 2007, 106 Seiten, 7,- €

ISBN 978-3-86724-143-4


sowie


Holger Janssen

Der Aktenvortrag im Öffentlichen Recht


2. Auflage

Niederle Media, Altenberge 2007, 109 Seiten, 7,- €

ISBN 978-3-86724-144-1

http://www.niederle-media.de



Die Reihe der Assessorskripten im Verlag Niederle Media enthält auch Einführungen in den Aktenvortrag des Zweiten Juristischen Staatsexamens. Für jedes Rechtsgebiet einzeln aufbereitet finden sich gewohnt schmale Büchlein von etwa 100 Seiten Umfang. Allen gemeinsam ist eine recht knapp gehaltene theoretische Anleitung, wie der jeweilige Aktenvortrag auszusehen hat, mit ersten Musterformulierungen. Es werden Vorkenntnisse, z.B. über Urteilsstil, Beweiswürdigung und Urteilsaufbau, erwartet, so dass sich die Bücher eher für den Examenskandidaten als für den beginnenden Referendar als Vorbereitung auf die Stationen eignen. Schwerpunkt der Bücher sind die nachfolgenden Übungsfälle, welche Originalvorträgen nachgebildet sind und jeweils Musterlösungen nebst weiterführenden Hinweisen enthalten.

Im Einzelnen:

Strafrecht
Die 13 Seiten Anleitung zum strafrechtlichen Aktenvortrag sind gelungen und auf das Wesentliche beschränkt. Der Leser findet zahlreiche Formulierungsvorschläge, nicht nur zu den staatsanwaltschaftlichen Aufgabenstellungen. Dass der Abschnitt der rechtlichen Würdigung hierbei zu kurz kommt, ist nicht schlimm, denn hierzu finden sich in den Mustervorträgen genügend Formulierungshilfen. Der mit 5 Seiten verhältnismäßig lange Abdruck der Hinweise des niedersächsischen Landesjustizprüfungsamts zum strafrechtlichen Aktenvortrag wäre nicht nötig gewesen, da er keine neuen Erkenntnisse bringt und jeder Assessor sich ohnehin seine landestypischen Formalien ansehen wird.

Hinsichtlich der sechs Übungsfälle ist eine gelungene Fallauswahl zu verzeichnen, die jedoch ausschließlich staatsanwaltschaftliche Aufgabenstellungen betrifft. Es wurden übersichtliche Schwerpunkte (z.B. Betrug, Körperverletzungsdelikte) mit gelegentlichen Tücken versehen. So war z.B. der Strafantrag bei einem minderjährigen Geschädigten, dessen Eltern gemeinsames Sorgerecht haben, zu prüfen.

Zivilrecht
Das Büchlein zum zivilrechtlichen Aktenvortrag enthält neben der allgemeinen Einleitung eine mit 9 Seiten recht umfangreiche Einführung in den Vortrag aus Anwaltsperspektive. Leider wird dies in den Übungsfällen nicht umgesetzt, dort findet sich kein Anwaltsfall.

Ansonsten ist die Fallmischung der fünf Übungsfälle ebenfalls gelungen. Schwerpunkte liegen z.B. materiell im Sachenrecht, prozessual in Fragen der Beweislast, dem Umgang mit einem Versäumnisurteil sowie in der Drittwiderspruchsklage. Die sich anschließenden Hinweise zeigen die jeweiligen Probleme auf und deuten auf typische Fehlerquellen hin.

Öffentliches Recht
Besonders überzeugend ist die Anleitung zum Aktenvortrag im Öffentlichen Recht. Neben den Formulierungsvorschlägen, die auf alle denkbaren Fallgestaltungen eingehen, sind die Hinweise auf die richtigen Zeitformen in der Sachverhaltsdarstellung sowie eine tabellarische Zusammenstellung von Aktenvorträgen in den Ausbildungszeitschriften, die thematisch sortiert sind, hervorzuheben. Die allgemeinen Hinweise zur mündlichen Prüfung sind auch hier entbehrlich.

Die fünf Übungsfälle sind ergänzt durch zahlreiche Vertiefungshinweise in den Fußnoten. Die Fallauswahl umfasst u.a. prozessual den einstweiligen Rechtsschutz, das Klageverfahren sowie Anwaltsfälle, materiell sowohl Unbekanntes (presserechtlicher Auskunftsanspruch) als auch Klassiker (Abschleppkosten).

Gesamteindruck:
Die Reihe zu den Aktenvorträgen stellt eine lohnenswerte Investition dar, um typische Vorträge zu üben!
"Zwangsvollstreckung für Anfänger" von Benno Heussen / Maximilian Damm
"Schuldrecht BT: Lernbuch – Strukturen – Übersichten" von Rainer Wörlen
Sao Paulo, Kanzlei Felsberg e Associados
"Reformen im Sanktionssystem", dazu Interview mit Prof. Dr. Bernd-Rüdeger Sonnen





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