Stefanie Kleinmanns
30.03.2008
Perfekte Einführung
Eine Rezension zu:
Stephan Stüber
Die Assessorklausur im Verwaltungsrecht
– Methodik und Musterklausuren –
1. Auflage
Jan Niederle Media, Altenberge 2007
Band 1: Urteil, Gerichtsbescheid und Beschluss
143 Seiten, 7,90 €
ISBN 978-3-86724-151-9
Band 2: Widerspruchsbescheid und Anwaltsklausur
103 Seiten, 6,60 €
ISBN 978-3-86724-152-6
http://www.niederle-media.de
Auf 240 Seiten, aufgeteilt in zwei Bände, erläutert Regierungsdirektor Dr. Stephan Stüber die Methodik der öffentlich-rechtlichen Assessorklausur. Dabei werden die
einzelnen Klausurtypen jeweils anhand eines Falles von der Lektüre des Sachverhalts bis hin zur ausformulierten Lösung begleitet. Vorab sei gesagt: Dies gelingt dem
Verfasser außerordentlich gut. Die Bücher lassen sich flüssig – mit ein paar Vorkenntnissen sogar in der Straßenbahn im Berufsverkehr – lesen und bieten einen
hervorragenden Einstieg in die Materie. Der angehende Referendar wird sich sehr freuen, wenn er nach dem Lesen dieser doch recht überschaubaren Bücher den Unterschied zur
Klausur im ersten Staatsexamen sogleich versteht. Ebenfalls vorab gesagt sei jedoch auch: Wer die Grundzüge der Methodik der Assessorklausur im Verwaltungsrecht schon
versteht und auf der Suche nach Details oder Musterklausuren ist, sollte sich andere Lektüre suchen.
Band 1 beschäftigt sich im ersten Teil mit dem verwaltungsgerichtlichen Urteil. Hierzu wird ein Aktenauszug zu einem polizeirechtlichen Fall verwendet, bei
dem über eine Anfechtungsklage entschieden werden muss. Ausgehend vom konkreten Beispielsfall, aber immer wieder in die allgemeine Prüfungsfolge wechselnd, wird aufgezeigt,
wie der Bearbeiter eines solchen Falles an dessen Lösung herangehen sollte. Dabei wird der Leser im wahrsten Sinne des Wortes an die Hand genommen, denn es wird sogar
empfohlen, welche Notizen man sich nach dem Lesen des Sachverhaltes sinnvollerweise machen sollte. Bei der Formulierung des Urteils selbst werden für die denkbaren Varianten
des Tenors zahlreiche Formulierungsvorschläge unterbreitet. Hilfreich ist auch der Abschnitt über die Fristenberechnung, der aufzeigt, welche Stolpersteine gern in eine
Klausur eingebaut werden.
Nachdem auch der Gerichtsbescheid kurz angesprochen wird, widmet sich der zweite Teil des Band 1 dem verwaltungsgerichtlichen Beschluss. An dieser Stelle geht der Verfasser
auf die Probleme des einstweiligen Rechtsschutzes ein, wobei der Schwerpunkt klar auf den unterschiedlichen Konstellationen des § 80 V VwGO liegt.
In Band 2 wird zunächst der Widerspruchsbescheid thematisiert. Es gibt viele Parallelen zum Urteil, aber auch Unterschiede, z.B. die Zweckmäßigkeitsprüfung.
Wiederum wurde ein Fristenproblem in den Beispielsfall verpackt, auf das der Leser beim ersten Lesen sicher nicht unmittelbar hingeführt wird. Außerdem enthält Band 2
Ausführungen zur Anwaltsklausur, wobei erläutert wird, in welchen Fällen es sich anbietet, zunächst das materielle Gutachten anzufertigen, und in welchen Fällen zunächst das
Prozessuale geprüft werden sollte. Auch hier wird der Musterfall – diesmal aus dem Baurecht – von den Notizen und der Lösungsskizze bis zum ausformulierten
Gutachten und Schriftsatz präsentiert.
Gesamteindruck:
Eine kostengünstige und überaus gelungene Einführung in die Methodik der Assessorklausur im Öffentlichen Recht!
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