Stefanie Kleinmanns
20.03.2008
Super Einstiegslektüre
Eine Rezension zu:
Günther Schmitz / Alfred Frisch / Markus Neumaier
Die Station in Zivilsachen
7. Auflage
C.H. Beck, München 2006, 245 Seiten, 21,50 €
ISBN 978-3-406-55549-7
http://www.beck.de
In der Reihe Grundkurse Referendariat liegt das Werk zur Zivilstation in 7. Auflage vor. Die Autoren sind überwiegend in der bayrischen Justiz tätig. Grundlage des
Buches bilden Arbeitsgemeinschaftsunterlagen aus der Referendarausbildung. Ebenso wie das Buch zur Station in
Strafsachen richtet es sich an Referendare im ersten Ausbildungsjahr. Diese sollen auf die Station und das notwendige Handwerkszeug eingestimmt werden.
Schon mit dem ersten Teil wird sichtbar, dass sich die Autoren nicht mehr nur auf die klassische Zivilstation am Gericht beschränken, sondern auch die anwaltliche
Perspektive einfließen lassen. Eigentlich müsste das Buch daher seit der 7. Auflage "Die Stationen in Zivilsachen" heißen. Als neuer Autor wurde Rechtsanwalt Markus
Neumaier gewonnen. Dieser stellt im 1. und 4. Teil die anwaltliche Tätigkeit in Zivilsachen von der Beratung des Mandanten über die Klageschrift bis hin zur Einlegung
von Rechtsmitteln dar.
In den weiteren Teilen des Buches werden der Gang des Zivilprozesses in erster Instanz, das Zivilurteil, das Zwangsvollstreckungsrecht, die Freiwillige Gerichtsbarkeit und
die Erbscheinsklausur behandelt. Dabei werden die Schwerpunkte ausdrücklich nicht auf die Examensrelevanz hin gesetzt. So erfährt der Leser z.B. deutlich mehr zur
freiwilligen Gerichtsbarkeit als zum klausurträchtigen Versäumnisurteil. Für das Examen zum Teil eher nebensächlich, in der Praxis als frischer Referendar aber spannend sind
die Ausführungen zum Verfahrensgang bei Klageerhebung. Der Leser erfährt, wo die Klage bei Gericht zunächst landet, wie sie dann zum Richter gelangt und wie dieser
schließlich mit der Klage weiter verfährt.
Die behandelten Themen werden sehr praxisnah aufbereitet. Das Buch präsentiert zahlreiche Muster für Schriftsätze oder Anträge sowie Tenorierungsvorschläge. Besonders
lehrreich sind die kommentierten Beispiele für Klageschrift, Berufungsbegründung und Urteil. Hier wird anhand des Aufbaus des jeweiligen Schriftsatzes bzw. Urteils
erläutert, worauf es bei den einzelnen Punkten ankommt und welche Verknüpfungen sich in die Theorie, insbesondere in das Prozessrecht, ergeben.
Gesamteindruck:
Ein überaus ansprechendes und informatives Werk zum Einstieg in das Referendariat, das sicher nicht nur im ersten Jahr gute Dienste leistet.
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