Jurawelt

"RVG und GKG für RA-Fachangestellte" von Sabine Jungbauer
RA Philipp Regge
20.01.2008

Ausbildung Rechtsanwaltsfachangestellte

Eine Rezension zu:

Sabine Jungbauer

RVG und GKG für RA-Fachangestellte


3. Auflage

C.F. Müller, Heidelberg 2007, 229 Seiten, 18,- €

ISBN 978-3-8114-3551-3

http://www.huethig-jehle-rehm.de


Einführung:
Die Autorin, Sabine Jungbauer, ist geprüfte Rechtsfachwirtin in München.
Ausbildungsliteratur für Rechtsanwaltsfachangestellte hat sich daran zu messen, wie praxisrelevant die als berufsspezifisch und prüfungsrelevant bezeichneten Kenntnisse vermittelt werden. Neben den schulischen Materialien ist auch die Lektüre übergreifender Werke angeraten, damit Lücken vermieden werden. Das hier betrachtete Werk ist in der Reihe Tipps und Taktik ReNo erschienen, die insbesondere der Prüfungsvorbereitung gewidmet ist.

Inhalt:
Das Werk beginnt mit einer Einführung in die Arbeitsweise und den Umgang mit dem Buch.

Sodann befasst sich der erste und weitaus größte Teil des Buches (I.) mit der Anwaltlichen Vergütungsrechnung. In diesem Bereich werden zwar auch Ausführungen zum Gerichtskostengesetz (GKG) gemacht, jedoch wird das deutliche Übergewicht der Darstellung in den einzelnen Kapiteln den Vergütungstatbeständen aus dem Vergütungsverzeichnis des Rechtsanwaltsvergütungsgesetzes (RVG) eingeräumt. Die Verfasserin stellt zunächst allgemeine Grundsätze der anwaltlichen Vergütung aus den gesetzlichen Regelungen des RVG voran und erläutert sodann das Vergütungsverzeichnis allgemein. Es schließen sich sodann Ausführungen zu Rahmen- und Festgebühren sowie eine Darstellung zu Übergangsvorschriften an. Ein knappe Darstellung zum GKG und ein etwas breiterer Raum zum Thema Gegenstandswert beenden diesen Bereich, bis die Verfasserin in der Folge die einzelnen Abschnitte des Vergütungsverzeichnisses betrachtet. Diese werden in ihrer Reihenfolge im Gesetz behandelt. In den einzelnen  Untergliederungen wird jeweils eine Kurzdarstellung des behandelten Gebührentatbestandes gegeben. Es schließen sich Übungsfälle mit  Lösungsvorschlägen an. Nachfolgend werden Hinweise gegeben und dem Leser in Anmerkungen „Wir unterscheiden“ und „Wir halten fest“ zugespitzte Zusammenfassungen gegeben.

Der zweite Teil des Buches (II.) enthält eine Übungsklausur mit Musterlösung. Die Klausur ist auf 90 Minuten ausgelegt und enthält allgemeine Fragen, eine vollständige Vergütungsrechnung und einen dritten Teil zur Vergütung in der Zwangsvollstreckung. Das Werk schließt ab mit einem dritten Teil (III.), der praktische Tipps zur tatsächlichen lang-/kurzfristigen Prüfungsvorbereitung enthält.

Gesamteindruck:
Klares Ziel des Werkes ist die Bewältigung der Prüfungssituation, es kann der Prüfungsvorbereitung und Übung dienen, aber es kann und will kein Lehrbuch ersetzen.

Die letzten Tipps im dritten Abschnitt zur Vorbereitung am Vorabend der Prüfung und am Prüfungstag selbst sind ebenso unmittelbar auf den Prüfling gerichtet wie der Gesamtinhalt. Das Werk nimmt stets den Prüfling an die Hand und gibt sogar zuletzt Ratschläge bis zur Entspannung und dem Frühstück am Prüfungstag. Ebenso unmittelbar geht das Werk in der Sache auf die Bedürfnisse des Prüflings ein. Die Erläuterungen, Übungsfälle, Lösungsvorschläge, Hinweise und Zusammenfassungen geben dem Leser die Gewissheit stets am prüfungsrelevanten Stoff zu arbeiten und sich nicht mit schönen, aber unrelevanten Fragen zu befassen. Diese Stoffauswahl führt auch dazu, dass die Rechtsanwaltsgebühren klar im Zentrum der Darstellung stehen und die Gerichtskosten in diesem Werk nur am Rande gestreift werden. Tatsächlich entspricht diese Gewichtung der anwaltlichen Praxis, weshalb diese Stoffreduzierung gerechtfertigt ist.

Insgesamt ist das Werk ein praxisorientiertes und gutes Hilfsmittel für die Prüfungsvorbereitung. Gerade für den jungen Adressatenkreis, der keine umfänglichen Prüfungserfahrungen hat, wird die Arbeit mit diesem Buch sowohl Kenntnisse als auch Sicherheit für die Prüfung vermitteln.  
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