Jurawelt

"Die strafrechtliche Assessorklausur aus der Sicht des Staatsanwalts" von Hans-Patrick Schroeder / Gunnar Formann
Stefanie Kleinmanns
02.09.2007

Mit Abdruck der RiStBV

Eine Rezension zu:

Hans-Patrick Schroeder / Gunnar Formann

Die strafrechtliche Assessorklausur
aus der Sicht der Staatsanwaltschaft


1. Auflage

lexxion, Berlin 2007, 106 Seiten, 24,80 €

ISBN 978-3-936232-99-8

http://www.lexxion.de



Die Klausuren im zweiten Staatsexamen unterscheiden sich von denen im ersten Staatsexamen vor allem in der Methodik. So muss der frischgebackene Referendar sich zunächst mit den verschiedenen Klausurtypen vertraut machen. Anleitungsbücher gibt es inzwischen zu allen drei Rechtsgebieten. Für das Strafrecht hat der Verlag lexxion nun ein neues Werk zur Staatsanwaltsklausur herausgebracht.

Das Buch von Schroeder / Formann ist in Skriptform im A4-Format gestaltet und vom Schriftbild her sehr übersichtlich und eingängig. Die Autoren präsentieren den Stoff aufgelockert durch Aufzählungen, Übersichten und Exkurs-Kästen. Besonders hervorzuheben ist, dass die einschlägigen Vorschriften der RiStBV direkt abgedruckt werden – die Lektüre dieses Buches zwingt also dazu, diese Vorschriften auch wirklich einmal im entsprechenden Lernkontext zu lesen.

Laut Autoren deckt das Skript "das gesamte klausurrelevante Wissen" ab. In Vorwort und Buchrückentext wird hervorgehoben, dass diese umfassende Darstellung ein Novum sei. Jedoch ist nicht erkennbar, warum z.B. die Darstellung der entsprechenden Passagen im Werk von Wolters / Gubitz hinter den Ausführungen des vorliegenden Buches zurückbleiben soll.

Der Inhalt des Buches umfasst die staatsanwaltschaftliche Assessorklausur vom A-Gutachten über das B-Gutachten bis zum praktischen Teil. Hier liegt der Schwerpunkt auf der Anklageschrift, die in ihren einzelnen Bestandteilen kommentiert und mit Musterformulierungen erläutert wird. Auch der Strafbefehl und die Besonderheiten im Jugendstrafrecht werden thematisiert. Dagegen fällt der Abschnitt über die Abschlussverfügung zu knapp aus – die Autoren begründen dies damit, dass jedenfalls in Niedersachsen und Sachsen-Anhalt eine solche nicht mehr zu fertigen ist und verkennen, dass dies in anderen Bundesländern, z.B. in Bremen, anders ist. Hier wäre in einer Neuauflage eine Ergänzung sinnvoll.

Nicht behandelt wird die Revision der Staatsanwaltschaft, die durchaus Thema einer Klausur sein kann und dann ebenfalls unter den Titel des Buches fallen würde. Als kleinere Kritikpunkte sind hin und wieder Tippfehler zu vermerken (so fehlen z.B. im Abdruck von RiStBV Nr. 89 in Absatz 2 ein ganzes Wort und ein Leerzeichen).

Gesamteindruck:
Das neue Werk zur staatsanwaltschaftlichen Assessorklausur stellt den Klausurtyp Gutachten und Anklage umfassend und übersichtlich dar. Pluspunkt gegenüber anderen Werken ist der Abdruck der RiStBV. Der Preis von knapp 25,- € ist gegenüber ähnlichen Werken, wie z.B. dem von Wolters / Gubitz, recht hoch.
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