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Artikel 2810
Elke Sassenberg

Jura in Studium und Praxis

Eine Rezension zu:

Dr. Axel Westerwelle (Hrsg.)

Berufs- und Studienführer für Juristen


Mit allen Informationen für das Studium und den Berufseinstieg

Westerwelle Consulting & Media AG; Hamburg 2001; 208 Seiten; 17,38 EURO
7. Auflage
ISBN 3-935635-00-1
buchredaktion@westerwelle.de
www.westerwelle.de


Einleitung
Das von Axel Westerwelle herausgegebene Buch ist ein umfangreicher Berufs- und Studienführer, der nicht nur den Ablauf des Studiums beschreibt und Tipps bezüglich einer mal anderen, besonderen Gestaltung desselben gibt, sondern auch die Chancen am Arbeitsmarkt, besonders im wirtschaftlichen Bereich, analysiert und verschiedene Einstiegsmöglichkeiten in den Beruf darstellt. Die Studie wird dabei in vier Abschnitte unterteilt: die Orientierungshilfe, die Hochschulmarketingstudie, die Hochschulen und wichtige Adressen.

Teil 1: Die Orientierungshilfe
Zunächst werden die verschiedenen Berufsbilder des Juristen erörtert, von traditionellen Berufsfeldern wie Richter, Staatsanwalt, Notar oder Rechtsanwalt über Rechtspfleger und Amtsanwalt bis hin zu Juristen in den verschiedensten Bereichen der Organisationen der freien Wirtschaft. Dabei geht der Verfasser auf die Ausbildungsvoraussetzungen ebenso ein wie auf Tätigkeitsschwerpunkte und Hinweise für das Bewerbungsverfahren. Die Darstellung ist knapp gehalten, reicht aber für einen informativen und interessanten Überblick. Besonders hervorgehoben wird jedoch von dem Verfasser die Möglichkeit des Einstiegs als Trainee bei einem Großunternehmen, was seiner Meinung nach ein gutes Einarbeitungsprogramm für wirtschaftswissenschaftliche und juristische Akademiker sei. Es schließt sich eine Studie über Arbeitsmarkt und Berufsaussichten an, die vor allem wegen der genannten Zahlen interessant ist. Ein Special „Arbeiten als Anwalt“ gibt umfangreiche Hinweise von Finanzmittelplanung und Kanzleistandort über Werbung bis zu Versicherungen. Da der Arbeitsmarkt für Juristen aber eher schlecht aussieht und die Zahl der niedergelassenen Anwälte steigt, schließt sich ein Kapitel über die neuen Anforderungen an die Juristen an. Der Verfasser weist darauf hin, dass gute Examensnoten sowie eine kurze Studiendauer alleine nicht mehr ausreichen. Vielmehr muss sich der Berufseinsteiger auf gestiegene Anforderungen gefasst machen. So sollten Zusatzqualifikationen erworben werden, wie z.B. Fremdsprachenkenntnisse, Datenverarbeitungskenntnisse, Spezialisierungen, Auslandsaufenthalte oder Praxiserfahrungen. Auch zusätzliche Abschlüsse wie eine Promotion, MBA oder LLM bringen vor allem bei einer zukünftigen freiberuflichen Tätigkeit Vorteile. Die verschiedenen Abschlüsse und internationalen Studiengänge werden vorgestellt, und dabei auch stets die Universitäten, an denen ein solcher Studiengang bzw. Abschluss möglich ist, genannt. Innerhalb der Darstellung des Studiums des Juristen werden Inhalt und Aufbau des Studiums beschrieben, und ein sehr großer Teil widmet sich den Studiengängen mit internationalem Bezug und solchen, die ausgefallene Zusatz- oder Aufbaustudiengänge wie kanonisches Recht, Umweltrecht, Kriminologie oder Telekommunikationsrecht anbieten. Inhalt dieses Abschnittes ist eine ausführliche Darstellung der Universitäten und der dortigen individuellen Gliederung des Studiums.

Teil 2: Die Hochschulmarketingstudie
Der zweite Teil des Buches widmet sich einer umfangreichen Studie über das Hochschulmarketing. In Tabellen ist aufgeführt, wie viel Geld die Unternehmen jährlich für die Anwerbung der Nachwuchskräfte ausgeben, und welche Hochschulen die „begehrtesten“ sind. Es wird analysiert, warum Hochschulen mit Unternehmen zusammenarbeiten, und welche regionalen Gegebenheiten eine besondere Rolle spielen. Interessant ist auch die Auswertung, wie hoch der durchschnittliche Bedarf an Juristen in den einzelnenBerufsbranchen ist.

Teil 3: Die Hochschulen
In diesem Teil werden über 60 Hochschulen in Deutschland mit Anschrift, Studiengängen und Schwerpunkten und möglichen Abschlüssen aufgelistet. Das ist interessant, auch wenn die Studienplatzvergabe noch über die ZVS geregelt wird.

Teil 4: Wichtige Adressen
Dieser Abschnitt ist kurz aber wichtig: Wie sind die Adressen der Justizprüfungsämter? Welche Vereinigungen und Organisationen gibt es? Wo finde ich informative Adressen im Internet? Vor allem junge Studierende dürfte die Zusammenstellung der „Coolen Links“ interessieren, besonders, da einige Adressen angegeben sind, die ihrerseits wiederum umfangreiche Portale bilden und auf viele andere Seiten verlinken. Leider ist dem Verfasser bei der Beschreibung einer Seite ein Fehler unterlaufen: Die Aufteilung der Seite in „Studentenwelt“, „Referendarswelt“ und „Anwaltswelt“ ist die Seite von www.jurawelt.com -nicht jurcom.

Fazit
Der Berufs- und Studienführer für Juristen ist ein sehr informatives Buch, das sich gut eignet, einen Überblick über das Studium zu erlangen. Auch zur persönlichen Ausgestaltung des begonnenen und fortgeschrittenen Studiums bietet es im Hinblick auf Schwerpunktsetzung, zusätzliche Qualifikationen und Berufswahl eine gute Darstellung der vorhandenen Möglichkeiten. Es ist ein Ansporn, mehr als nur Examen zu machen und auch schon während des Studiums „über den Tellerrand zu schauen“. Leider wird der interessante Text häufig durch Werbeanzeigen unterbrochen. Das erschwert die Lesbarkeit und rechtfertigt auch nicht den Preis von immerhin 17,38 EURO. Insgesamt ist festzustellen: ein lesenswertes Buch für angehende Juristen!
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