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Stefanie Samland

Wertvolle Hilfe im Jurastudium

Eine Rezension zu:

Jan Niederle

500 Spezial-Tipps für Juristen
Wie man geschickt durchs Studium und das Examen kommt


Jan Niederle Media, Münster, 118 S., 19,80 DM
ISBN 3-9806932-9-5


“Ein Buch wie dieses hätte ich während meines Jurastudiums selbst gerne zur Hand gehabt.“ – So beginnt Jan Niederle das Vorwort seines Buches „500 Spezial-Tipps für Juristen“. Damit kommt zum Ausdruck, daß alle Hinweise, die dem Leser begegnen, auf eigenen Erlebnissen des Autors beruhen. So wird das Buch sehr persönlich und ist interessant zu lesen.

Jan Niederle ist Volljurist und absolvierte das erste Staatsexamen erfolgreich nach sieben Semestern. In „500 Spezial-Tipps für Juristen“ hat er nun schon in der dritten Auflage seine Erfahrungen rund um das Jurastudium niedergeschrieben und durch wertvolle Anleitungen und Literaturhinweise ergänzt. Das mit 118 Seiten sehr handliche Buch ist in drei Teile gegliedert. Zu Beginn gibt der Autor Tips für den Studienalltag, danach folgt ein umfangreiches Fundstellen-Verzeichnis mit klausurrelevanten Aufsätzen und schließlich werden die Leser aufgefordert, ebenfalls etwas zum Inhalt späterer Neuauflagen beizutragen.

Der erste Teil ist im Frage-Antwort-Prinzip aufgebaut. Sehr humorvoll führt Jan Niederle den Jurastudenten durch die auftauchenden Fragen. So beginnt er mit der Frage „Wozu braucht man Juristen?“ und bedient sich eines Beispiels, in dem Rechtsanwalt Liebling aus Berlin, während er gerade einen Wackelpudding ißt, Besuch von seinem Mandanten, dem Radprofi Glenn Buterol, bekommt, dem sein Cabrio gestohlen wurde. Die Antwort besteht dann darin, daß Liebling im Gesetz nach einer Lösung sucht. Juristen werden also gebraucht, um mit Hilfe des Gesetzes Fälle zu lösen.

Auch die weiteren Fragen, z.B. welche Bücher sich Jurastudenten anschaffen sollten oder ob der Besuch von Vorlesungen sinnvoll ist, werden mit Hilfe von kleinen Geschichten oder der „Stiftung Prof-Test“ auf amüsante Art beantwortet. Spannend ist der Abschnitt über Lerntechniken, in dem der Autor Fehler, die er selbst an sich in der Anfangsphase des Studiums festgestellt hat, erläutert und Vorschläge zu Lernort, Lernzeit und Lesetechnik bietet. Hier warten überraschende Ergebnisse auf den Leser, denn wer hätte gedacht, daß ein tägliches Durchblättern – nicht Lernen – der Schemata dazu führen kann, alle wichtigen Prüfungsreihenfolgen später parat zu haben? Bei mehreren Fragen ergänzt der Autor seine eigenen Erfahrungen durch Aufsatz-Fundstellen, so auch durch einen Aufsatz über juristisches Lernen.

Das vorliegende Buch wendet sich sowohl an Studienanfänger als auch an Examenskandidaten. Für die Anfänger beschäftigt sich Jan Niederle im ersten Teil mit der Frage, wie eine Hausarbeit gelingt und gibt eine kurze Einführung in den Gutachtenstil. Fortgeschrittene Jurastudenten erfahren Vor- und Nachteile einer privaten AG sowie des Besuchs eines kommerziellen Repetitoriums und nützliche Informationen zur Lernmotivation. Auch die mentale Vorbereitung auf das Examen wird thematisiert.

Weitere Inhalte des ersten Teils sind die optimale Ernährung sowie Schlüsselqualifikationen. Insgesamt ist zu diesem Teil zu sagen, daß er überaus flüssig geschrieben ist. Wenn man das Buch einmal anfängt zu lesen, legt man es erst wieder weg, wenn man den kompletten ersten Teil gelesen hat.

Den zweiten Teil des Buches betreffend schrieb das UNICUM-Magazin: „Sind Repetitorien bald überflüssig? Könnte sein, denn jetzt kann sich jeder examensrelevante Standard-Probleme und Übungsklausuren selbst besorgen.“ In der Tat überzeugt der Autor mit einer Sammlung von zahlreichen Fundstellen, die Musterklausuren und -hausarbeiten oder Grundlagenaufsätze in Zeitschriften wiedergeben. Dieses Verzeichnis ist nach Semestern und Rechtsgebieten geordnet und in Schwerpunkte unterteilt. So findet der Leser zu jedem juristischen Problem den passenden Aufsatz, sei es zum error in persona, zur Hypothek oder zur Anfechtungsklage. Jan Niederle legt besonderen Wert darauf, daß alle Fundstellen klausurenrelevant sind. Wer diese Aufsätze und Musterklausuren durcharbeitet und bleibende Lücken mit Hilfe von Lehrbüchern ausbessert, dürfte somit auch ohne Repetitorium für das Examen gewappnet sein.

Um insbesondere die Fundstellen-Sammlung immer weiter auszubauen, spricht der Autor im dritten Teil seine Leser direkt an. Er fordert sie auf, ihm Hinweise auf weitere interessante Aufsätze mitzuteilen oder sonstige Anregungen an ihn zu richten. Dafür werden die Leser, die ihm bei der Weiterentwicklung der nächsten Auflage auf diese Art behilflich sind, in dieser namentlich erwähnt.

Durch das Zusammenspiel von psychologischen und lerntechnischen Tips rund um das Jurastudium und einer umfangreichen Sammlung von Fundstellen für die Vorbereitung auf Klausuren, Hausarbeiten und Examen werden die „500 Spezial-Tipps für Juristen“ zu einem sehr empfehlenswerten Hilfsmittel während des Studiums. Insofern darf man auf die Neuauflage, die voraussichtlich im November 2001 erscheint, gespannt sein.
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