Den angehenden Juristen im Studium und auf dem Karriereweg zu begleiten, ist das Ziel eines neuen Buches aus dem Springer-Verlag. Die Autoren, selbst noch nicht zu weit
entfernt von den zwei Staatsexamina bzw. noch mitten im LL.M., decken mit ihren eigenen Erfahrungen eine Vielzahl der Möglichkeiten ab, die sich einem Jurastudenten bieten.
So können sie nicht nur Recherchiertes zusammenfassend darstellen, sondern aus erster Hand berichten, ob z.B. ein LL.M. sinnvoll ist oder was eine Tätigkeit am Lehrstuhl mit
sich bringt.
Das Buch ist in acht Kapitel gegliedert:
- Einführung – u.a. mit Alternativen zum Jurastudium
- Studium – ein ausführliches Kapitel rund um Hochschulwahl, Studienfinanzierung, Auslandsstudium und erstes Staatsexamen
- Referendariat – mit anschaulichen Infos über die Stationen
- Bewerbung – ein Überblick über die Bewerbungsformalien und die Einstellungssituation
- Juristische Berufe – vom Rechtsanwalt bis zu Nischenberufen
- Unternehmens- und Kanzleiprofile
- Niederlassung als Rechtsanwalt
- Adressen und Links
Besonders positiv fällt auf, dass die Autoren für jede Situation eine möglichst umfassende Präsentation der Möglichkeiten bieten. So werden Informationen zu juristischen
Bachelor-Studiengängen, insbesondere zur Hamburger "Bucerius Law School" und zum Studiengang "Hanse Law School" der Universitäten Bremen, Oldenburg und Groningen, ebenso
bereitgehalten wie solche zur Ausbildung an Fachhochschulen und für Rechtspfleger. Dies zieht sich im Studiumskapitel weiter fort, hier ist vor allem zu loben, dass die
Autoren auch an das "Drumherum" des Studiums gedacht haben und aufzeigen, wie man neben dem Studium arbeiten oder sich engagieren kann. Im Kapitel zum Referendariat werden
verschiedene Zusatzqualifikationen dargestellt, die der mit Arbeit nicht ausgelastete Referendar noch angehen kann. Auch LL.M.-Programme, insbesondere in Deutschland
angebotene, werden ausführlich vorgestellt. Und vor allem: Es werden die nötigen Adressen immer gleich mitgeliefert.
Wer sich für Hochschul- und Prüfungsrecht interessiert, wird sich über die vereinzelten Verweise auf Urteile, z.B. auf das Studiengebührenurteil, freuen. Zum Recherchieren
der Referendariatsbedingungen in den einzelnen Bundesländern werden die Homepages der Landesjustizprüfungsämter angegeben.
Was in der Praxis als flexibel und mobil meist gut ankommt, nämlich der Hochschulwechsel während des Studiums, wird von den Autoren eher neutral oder als mit Schwierigkeiten
verbunden präsentiert. Schade ist auch, dass die immer wieder eingebauten statistischen Daten einen Stand von 2004 haben – vor allem, weil der Verlag ein
Erscheinungsdatum von 2006 angibt, was für den Kaufinteressenten einen aktuellen Eindruck macht. Schließlich ist zu bemängeln, dass die Autoren im Zusammenhang mit dem
ersten Staatsexamen von Kommentaren als Hilfsmitteln schreiben, die erst im zweiten Examen zugelassen sind. Zudem handelt der Text über die Hilfsmittel zum ersten
Staatsexamen ansonsten vor allem von den Kommentierungen in Gesetzestexten, die mancherorts zulässig sind – allein diese Wortwahl Kommentar / Kommentierung führt hier
zu Verwirrung. Letztlich darf erwähnt werden, dass es hin und wieder vorkommt, dass Satzzeichen fehlen oder mitten im Satz ein Zeilenumbruch stattfindet.
Gesamteindruck:
Alles in allem wiegen die Kritikpunkte jedoch nicht schwer und das Buch ist vor allem für den Studieninteressenten und für Studienanfänger, die noch Orientierung suchen,
eine Fundgrube. Auch die Darstellung über die Berufsperspektiven ist lesenswert.