Hannes Münchinger
14.02.2006
Ist Jura das Richtige für mich?
Eine Rezension zu:
Christof Gramm / Heinrich Amadeus Wolff
Jura erfolgreich studieren
für Schüler und Studenten
4. Auflage
C.H. Beck / dtv, München 2005, 192 Seiten, 12,00 €
ISBN 3-406-53890-8
http://www.beck.de
Als Ratgeber für Abiturienten und angehende Jurastudenten gedacht, will das vorliegende Büchlein laut Verlag "ein realistisches Bild von Studienverlauf und
Berufsmöglichkeiten" vermitteln. Die Autoren, ein Ministerialrat im Bundesministerium der Verteidigung und ein Professor für Staats- und Verwaltungsrecht, äußern sich auf
knapp 200 Seiten dazu, was Jura ausmacht, wie das Studium abläuft, welche Fähigkeiten nötig sind und welche Berufsfelder es gibt.
Was als Zielvorstellung für Abiturienten hilfreich klingt, gelingt leider nur mäßig. Schon das auf den meisten Seiten monotone Druckbild lädt nicht gerade zum Lesen ein.
Hinzu kommt, dass der Text von Metaphern nur so gespickt ist und teils ewig lange Sätze enthält. Auch wird von Anfang an eine recht deprimierende Stimmung angeschlagen
– dem Interessent wird nicht etwa eine Begeisterung für das Jurastudium entlockt, sondern er wird sofort damit konfrontiert, wie anstrengend und entbehrungsreich das
Studium sein kann und dass nur die Wenigsten es zu etwas bringen.
Bezeichnend sind die Statistiken zu den erfolgreichen Absolventen. So heißt es an einer Stelle des Buches, dass nur ein Drittel der Studienanfänger ihr Ziel erreichen, da 30
% das Studium abbrechen und 30 % durch das Examen durchfallen würden. An anderer Stelle dagegen ist die Rede davon, dass 22 bis 35 % der Teilnehmer des Ersten
Staatsexamens durchfallen würden – dies sind demnach nicht 30 % der Anfänger, sondern 30 % von den übrig gebliebenen 70 % der Studienanfänger. Demnach käme man auf
eine Erfolgsquote, die nicht bei einem Drittel, sondern bei der Hälfte der Studienanfänger liegt.
Übersichtlich, wenn auch nicht sonderlich neu, sind die Vorstellungen der möglichen Berufsfelder für Juristen. Was dem Buch allerdings fehlt, sind Aufstellungen darüber, wo
man Jura studieren kann und was ein Fachhochschul- von einem Universitätsstudium unterscheidet. Für Unentschlossene ebenfalls hilfreich wäre es gewesen, wenn ein
Musterstudienplan mit einzelnen Vorlesungen abgedruckt wäre. So hätte auch schon ein Schüler einen gewissen Eindruck von den Inhalten des Jurastudiums erhalten.
Gesamteindruck:
Derjenige, der für seine Studienwahl alle erdenklichen Quellen in Anspruch nimmt, wird wohl auch dieses Buch lesen. Für den Abiturienten, der sich ernsthaft noch unter
mehreren Studienmöglichkeiten entscheiden möchte und hierfür Anregungen sucht, ist dieses Buch jedoch viel zu abstrakt und bringt wenig Neues.
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