Stefanie Samland
28.01.2004
Landesrecht kompakt und aktuell
Eine Rezension zu:
Dian Schefold (Hrsg.)
Sammlung des bremischen Rechts
10. Auflage
Stud. Jur. – Nomos Texte
Nomos, Baden-Baden 2003, 778 Seiten, 18,- €
ISBN 3-8329-0052-7
http://www.nomos.de
Spätestens ab dem fünften Semester, wenn es in Bremen in die Verwaltungsrecht-BT-Vorlesungen geht, sind die üblichen Gesetzessammlungen des Bundesrechts nicht mehr
ausreichend. Die Landesrechts-Texte müssen von den Studenten erworben werden, um Vorschriften des Bau- oder Polizei- und Ordnungsrechts nachzulesen. Der Nomos-Verlag bietet
mit den Stud. Jur. – Nomos Texten für die einzelnen Bundesländer je ein gut 1.000 Seiten starkes Buch mit allen wichtigen landesrechtlichen Vorschriften. Die
Ausgabe für den Stadtstaat Bremen fällt etwas dünner aus, da sie eine Kurzausgabe einer Loseblatt-Gesetzessammlung für Bremen darstellen soll. Sie wird von Prof. Dr. Dian
Schefold, Hochschullehrer an der Universität Bremen betreut. Das Buch befindet sich auf dem Stand 1. Januar 2003 und enthält damit auch schon aktuelle Gesetzesänderungen,
die nach den Ereignissen des 11. September 2001 in Kraft getreten sind. Neu in der aktuellen Auflage hinzugekommen sind das Bremische Bodenschutzgesetz sowie das
Vergabegesetz für das Land Bremen, beide aus dem Jahr 2002.
Vom Layout her macht die Gesetzessammlung einen hervorragenden Eindruck. Als kompaktes, nicht zu umfangreiches Paperback im A5-Format ist sie handlich und nicht so schwer
wie die dem Sartorius entsprechenden Landesausgaben. Die Seiten sind relativ stark, so dass beim Blättern im Gegensatz zum Sartorius nicht ein Einreißen der Seiten
befürchtet werden muss. Weniger haltbar ist nach längerem Gebrauch die Klebebindung, hier kann sich im Laufe der Zeit schon mal eine Seite lösen. Das Schriftbild ist sehr
gut leserlich und übersichtlich.
Die Reihenfolge der Texte ist klar strukturiert und folgt der nachstehenden Gliederung: Staats- und Verfassungsrecht, Verwaltung, Rechtspflege, Zivilrecht und Strafrecht,
Finanzen, Wirtschaftsrecht. Anhand der alphabetisch geordneten Schnellübersicht auf der Rückseite sind die einzelnen Gesetze und Verordnungen leicht zu finden. Was nicht
ganz so leicht ist, ist das Aufschlagen der einzelnen Texte. Jedes Gesetz und jede Verordnung ist nämlich mit einer Nummer versehen – ähnlich wie bei Schönfelder und
Sartorius – jedoch sind diese nicht numerisch fortlaufend, sondern anhand der Gliederungsnummern des Bremischen Gesetzblatts geordnet. So muss man sich erst daran
gewöhnen, dass die Gliederungsnummer 205-a-1 für das Bremische Polizeigesetz z.B. nach der Gliederungsnummer 2046-a-1 für das Landesgleichstellungsgesetz zu suchen ist.
Zusätzliche Verwirrung stiftet die Verfassung Bremerhavens, die keine Ordnungsnummer erhalten hat, sondern unter der Bezeichnung "VerfBrhv" inmitten anderer Nummern
auftaucht.
Was die Gesetzesauswahl betrifft, so weist Prof. Dr. Schefold im Vorwort darauf hin, dass u.a. die Texte zum Recht der Juristischen Ausbildung in der Kurzausgabe
ausgeklammert bleiben. Dies ist jedoch sehr schade, da z.B. das JAG für die Studenten, die maßgeblich die Zielgruppe der Kurzausgabe bilden, in verschiedenen
Ausbildungsstationen immer wieder herangezogen wird. Hier wäre ein Abdruck dieser Vorschriften ein großes Plus, dies sollte demnach für nächste Auflagen unbedingt noch
einmal überdacht werden.
Gewöhnungsbedürftig ist die Tatsache, dass die Seitenzahlen bei jedem Gesetz neu zu zählen beginnen, so gibt es also keine durch das ganze Buch durchgehende
Seitennummerierung. Sehr unglücklich ist aber vor allem der Gebrauch von Fußnoten, wie er in diesem Buch stattfindet. Auf der ersten Seite des ersten Gesetzes, der
Landesverfassung, finden sich die Fußnoten 1, 23 und 30. Im Folgenden ist die Vergabe der Nummern für die Fußnoten ähnlich willkürlich, teilweise wird auch eine zuvor
verwendete Fußnote wieder zitiert, ohne sie am Seitenende nochmals abzudrucken, was zu wildem Suchen führt. Für die nächsten Auflagen anzuregen ist auch eine Nummerierung
der einzelnen Sätze, wie es z.B. in den dtv-Ausgaben und anderen Gesetzessammlungen üblich ist, so dass ein Zitieren von bestimmten Sätzen einer Vorschrift einfacher
ist.
Gesamteindruck:
Trotz der gerügten Unstimmigkeiten bzw. Eigenheiten in der Nummerierung ist die vorliegende Textsammlung erste Wahl für Bremer Studenten und für die studentische Ausbildung
in Bremen unerlässlich. Preis und Format sind absolut angemessen. Aufgrund der jährlichen Aktualisierung ist man mit den Nomos-Texten auch immer auf dem neuesten Stand.
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