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Artikel 3523
Ralf Hansen

Schwerpunkte im Europarecht

Eine Rezension zu:

Rudolf Streinz

Europarecht

Reihe: schwerpunkte
5. Aufl., Heidelberg: C.F. Müller, 2001, 437 S
ISBN 3-8114-2336-3, DM 42,-

http://www.huethig.de

Die Darstellung von Streinz gehört zu den führenden Darstellungen der Materie. Auch für das Wahlfachstudium. Europarecht läßt sich angesichts seiner Komplexität letztlich nur noch schwerpunktartig darstellen, was dem Verfasser seit der ersten Auflage vorzüglich gelingt. Gesamteuropäische Perspektiven wurden wenigstens ansatzweise in die Darstellung einbezogen wie etwa die EMRK. Stärker einzubeziehen wäre in Zukunft die Osterweiterung der EU. Die Zählung der Artikel von EUV und EGV richtet sich wegen der besseren Lesbarkeit allein nach "Amsterdam". Eine Synopse am Schluß erleichtert das Nachschlagen der alten Normen, insbesondere bei der Lektüre älterer EuGH - Entscheidungen. Die Literaturangaben wurden teilweise erheblich gekürzt um die Erweiterung des Umfangs nicht noch weiter anschwellen zu lassen. Insoweit wurde auf die Vorauflagen verwiesen.

Angesichts der Prüfungsrelevanz auch schon im Pflichtfach wird der Darstellung des institutionellen EU-Rechts breiter Raum eingeräumt. Besondere Sorgfalt wurde dabei auf die Vermittlung der Konstruktionsprinzipien von EU und EG gelegt. Eingestreut sind überall zahlreiche Fälle und Lösungen, so daß dieses Buch wie alle Bände der Reihe schwerpunkte auch in die jeweiligen Besonderheiten der Fallbearbeitungspraxis einführt. Besonders lesenswert sind nach wie vor die Ausführungen zum Verhältnis von EG-Recht und Gemeinschaftsrecht, zumal der Verfasser hierzu interessante Lesarten entfaltet. Es bedarf keiner Erwähnung, daß Struktur und Zusammensetzung der Organe ebenso eingehend erörtert werden wie die Rechtsquellen. Nochmals deutlich verbessert wurde die Darstellung der Europäischen Rechtsschutzsystems, daß im Kern das gemeineuropäische Prozeßrecht enthält und damit erhebliche Praxisrelevanz aufweist. Ausgebaut wurden auch die Ausführungen zur gemeinsamen Handelspolitik.

Besondere Examensrelevanz besitzen die Grundfreiheiten, deren Darstellung hier besonders eng mit Falldarstellungen verzahnt ist, weil sich diese Prinzipien am besten mit Bezug auf die Fallanwendungspraxis erklären lassen. Die Nachweise sind hier wie stets sehr reichhaltig. Es empfiehlt sich die maßgeblichen EuGH-Entscheidungen im Kontext nachzulesen. Sehr gelungen ist das Prüfungsschema zum freien Warenverkehr, regelmäßig ein heißer Tip, für das Examen, da es oft geprüft wird. Es ist müßig auf Einzelheiten einzugehen, da fast jeder Europarechtsinteressierte dieses Buch kennt und wer es nicht kennt, kennenlernen sollte, da sich damit hervorragend arbeiten läßt. Prüfschemata finden sich denn auch etwa zum Recht des freien Kapitalverkehrs. Hinsichtlich der einzelnen Politiken der EG mußte die Auswahl notwendigerweise beschränkt werden. Insbesondere die wirtschaftsrechtlichen Materien sind jedoch recht eingehend dargestellt. Im letzten Kapitel über die Herstellung des Binnenmarktes laufen die Argumentationstränge zusammen und werden zu einem Gesamtbild des europäischen Wirtschaftsrechts des Binnenmarktes verknüpft. Ein ausgezeichnetes Rechtsprechungsverzeichnis rundet den nach wie überaus lesenswerten Band ab, der eine der herausragenden Darstellungen des Europarechts aus deutscher Sicht bietet.

"Der Aktenvortrag im Strafrecht" von Michael Schmitz, "Der Aktenvortrag im Zivilrecht" von Claudia Theesfeld und "Der Aktenvortrag im Öffentlichen Recht" von Holger Janssen
"Strafrechtliche Bewertung vom Phishing und Pharming Angriffen" von David Schneider
Barcelona, Kanzlei VOELKER
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