Jurawelt

Artikel 10323
Ronald Moosburner
16.06.2005

Sehr solide Einführung

Eine Rezension zu:

Gereon Wolters / Michael Gubitz

Strafrecht im Assessorexamen


3. Auflage

C.H. Beck, München 2005, 174 Seiten, 14,- €
ISBN 3-406-52733-7

http://www.beck.de


Gerade zu Beginn des Referendariats ist es erforderlich, binnen verhältnismäßig kurzer Zeit nicht nur das erforderliche Wissen für die Ableistung des Vorbereitungsdienstes in den einzelnen Stationen aufzubauen, sondern parallel auch die Klausurtechnik für das zweite Staatsexamen zu trainieren. Im Bereich des Strafrechts bietet sich das Werk von Gubitz/Wolter gerade wegen seines eher geringen Umfangs als kompaktes Einsteigerwerk an.

Das Buch ist in vier Abschnitte unterteilt, deren erster und umfangreichster sich mit staatsanwaltschaftlichen Aufgabenstellungen befasst. Die Darstellung richtet sich ganz nach den möglichen Konstellationen bei Examensklausuren und zeichnet dabei gut strukturiert vor, wie ein Kandidat die Klausurlösung angehen sollte. Und wo längere Vorüberlegungen hilfreich sein können, enthält auch das Buch detaillierte Hinweise, welche Varianten ein Kandidat schon im Vorfeld einer Fallbearbeitung im Auge behalten sollte. Zunächst wird der materiell-rechtliche Teil des Gutachtens erörtert, der regelmäßig den Schwerpunkt der Lösung beinhalten wird. Der anschließende prozessuale Teil enthält in der Regel einfachere Punkte, die sich standardmäßig abhandeln lassen und faktisch nur schriftlich niedergelegte Vorüberlegungen des Staatsanwalts zum weiteren Gang des Verfahrens enthalten, die in der Praxis so kein Gegenstück finden. Anschließend geht die Darstellung schwerpunktmäßig auf die Anfertigung eines Entwurfs der Anklageschrift ein, unterschlägt aber auch nicht die seltenere Variante der (Teil-)Einstellung des Verfahrens.

Im zweiten Teil des Buches geht es um das Strafurteil, das ebenfalls bereits in der Pflichtklausur Gegenstand der Bearbeitung sein kann. Während der inhaltliche Teil des Gutachtens hier keine besonderen Probleme machen dürfte, müssen die Bearbeiter hier besonders mit den notwendigen Formalien zurechtkommen. Der Gang der Darstellung ist kurz und bündig, enthält aber die wichtigsten Punkte recht zuverlässig.

Im dritten Teil, der neu in das Buch aufgenommen wurde, geht es um die in letzter Zeit häufiger im Examen geprüften revisionsrechtlichen Aufgabenstellungen. Typischerweise wird der Bearbeiter aufgefordert, sich in die Position eines Strafverteidigers oder eines Staatsanwalts zu versetzen, der die Erfolgsaussichten einer bereits eingelegten oder noch einzulegenden Revision zu prüfen hat. Der vierte und letzte Teil beschäftigt sich mit dem Aktenvortrag in der mündlichen Examensprüfung. Er ist ebenfalls recht kurz, enthält aber wenigstens in Grundzügen die notwendigen Vorgehensschritte. Außerdem kommt es hier ohnehin besonders darauf an, sich mit den Vorgaben der jeweiligen Prüfer vertraut zu machen und Aktenvorträge rechtzeitig zu trainieren.

Gesamteindruck:
Die Einführung von Wolters/Gubitz liefert alles, was der Einsteiger ins Referendariat braucht. Dank ihrer klaren Sprache und ihrem strukturierten Aufbau ist sie sehr eingängig, was vor allem daran liegt, dass es den Autoren hervorragend gelingt, alle unklaren Fachbegriffe an der richtigen Stelle zu klären. Das Buch kann deshalb nachhaltig empfohlen werden.
CareerVenture jura spring am 27. April 2009 in Frankfurt
"Strafrechtliche Bewertung vom Phishing und Pharming Angriffen" von David Schneider
Wahlstation in Singapore
Nachrichten zum Internetrecht





Copyright © 2000-2008 Jurawelt