Jurawelt

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Stefanie Samland
29.04.2005

Tipps vom Korrekturexperten

Eine Rezension zu:

Gunther Schwerdtfeger

Öffentliches Recht in der Fallbearbeitung


12. Auflage

JuS-Schriftenreihe Band 5

C.H. Beck, München 2004, 423 Seiten, 17,50 €
ISBN 3-406-52552-0

http://www.beck.de


Klausuren im öffentlichen Recht fallen den Studenten in den Anfangssemestern meist am schwersten. Später ändert sich das aufgrund der Komplexität des Zivilrechts und der Tatsache, dass vor allem im Verwaltungsrecht feste Schemata existieren, an denen man sich "entlanghangeln" kann, etwas. Doch vor dem starren Abarbeiten von Schemata warnt Schwerdtfeger in seinem "Klassiker" zur Fallbearbeitung im Staats- und Verwaltungsrecht gleich im ersten Teil. Oft lägen die Probleme außerhalb der bekannten Aufbauschemata. Damit den Studenten mittlerer und höherer Semester die Fallbearbeitung dennoch gelingt, ist sein Werk nun schon in der 12. Auflage erschienen. Es präsentiert die wichtigsten Klausurprobleme des öffentlichen Rechts und gibt wertvolle Tipps aus der Sicht eines erfahrenen Korrektors.

Beim vorliegenden Werk handelt es sich weder um eine Fallsammlung noch um ein reines Fallanleitungsbuch. Es ist eher eine Zusammenstellung des klausurrelevantesten Lernstoffs des öffentlichen Rechts, die von Examenskandidaten auch als Kurzrepetitorium verwendet werden kann. Der Verfasser baut seine Ausführungen anhand von zahlreichen Beispielfällen auf, so dass die Theorie sogleich in der (Fallbearbeitungs-)Praxis angewandt wird. Für Hausarbeiten hilfreich sind die vielen Fußnoten, die vorwiegend auf höchstrichterliche Rechtsprechung verweisen.

Der erste und letzte Teil des Buches befassen sich mit der Methodik der Fallbearbeitung bzw. mit der Bedeutung von Theorienstreits oder Rechtsprechung für Klausuren, Hausarbeiten und mündliche Prüfung. Die übrigen elf Teile beschäftigen sich u.a. mit den Schwerpunkten aus den Bereichen Verwaltungsakt, Ansprüche zwischen Bürger und Staat, Gültigkeit von Normen, Grundrechtsprüfung, Recht der politischen Parteien sowie Standort des Europäischen Gemeinschaftsrechts. Schwerdtfeger beschreibt typische Fallkonstellationen und weist vor allem darauf hin, was häufig falsch gemacht wird. Es findet sich aber auch Platz für detailliertere Ausführungen zu einzelnen Themengebieten, z.B. sind der "Dreistufentheorie" in der Prüfung von Art. 12 GG mehr als zwei Seiten gewidmet.

Im Anhang finden sich noch Hinweise zu den Formalia einer Hausarbeit sowie ein Paragrafen- und ein Stichwortverzeichnis.

Gesamteindruck:
Eigentlich müsste das Buch "Typische Klausurprobleme im öffentlichen Recht" heißen, um deutlicher zu machen, dass es sich nicht nur um ein Fallbearbeitungsbuch, sondern auch um inhaltliche Darstellungen der Schwerpunkte im Staats- und Verwaltungsrecht handelt. Dennoch ersetzt es nicht die Lektüre eines Lehrbuchs, worauf der Verfasser auch hinweist. Für Studenten niedriger und mittlerer Semester hilft das Buch beim Einstieg in die Fallbearbeitung in Hausarbeiten, den Examenskandidaten bietet es ein wertvolles Wiederholungspotential.
"Der Aktenvortrag im Strafrecht" von Michael Schmitz, "Der Aktenvortrag im Zivilrecht" von Claudia Theesfeld und "Der Aktenvortrag im Öffentlichen Recht" von Holger Janssen
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Barcelona, Kanzlei VOELKER
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