Jurawelt

"Flexible Arbeitszeit" von Claudia Hahn
RA Niclas Bamberg
24.01.2012

Meist benutztes Buch in der täglichen Praxis

Eine Rezension zu:

Claudia Hahn

Flexible Arbeitszeit



C.H. Beck, München 2011, 226 Seiten, 48,- €
ISBN 978-3-406-61173-5

http://www.beck.de


Das Thema der flexiblen Arbeitszeiten wurde noch lange nach Verabschiedung des ersten „Flexi“-Gesetzes recht stiefmütterlich in großen Arbeitsrechtskommentaren und -monographien behandelt. Spätestens seit Verabschiedung der zweiten Fassung des „Flexi“-Gesetzes aber wird dieses wichtige Teilgebiet des Arbeitsrechts auch in speziellen Fachbüchern gewürdigt.

Claudia Hahn vertritt diese Sparte beim Beck-Verlag mit dem Fachbuch „Flexible Arbeitszeit“. Der Umfang ist geringer als bei den etablierten Arbeitsrechtskommentaren. Doch dadurch, dass die Autorin lediglich die flexible Arbeitszeit behandelt, sind ausschließlich relevante Informationen für dieses Themengebiet enthalten.

Tatsächlich ist es der Autorin gelungen, die immer noch sehr fragmentiert erschienenen Beiträge zur flexiblen Arbeitszeit in ihrem Werk zu bündeln. Sie beschränkt sich dabei nicht auf das nationale Recht, sondern verfolgt den modernen und immer wichtiger werdenden Ansatz, die rechtlichen Entwicklungen in Europa mit einzubeziehen. Hahn beschränkt sich auch nicht nur auf das Arbeitsrecht, sondern verfolgt das Thema ebenfalls im öffentlichen Recht / Verfassungsrecht und Sozialversicherungsrecht.

Der Leser findet sowohl für das spezialisierte Studium als auch für die tägliche Praxis eine konzentrierte Zusammenstellung der Berührungspunkte der rechtlichen Gestaltung der flexiblen Arbeitszeit. Die Autorin erklärt zunächst die gesetzlichen Grundlagen und ihre Überschneidungen mit dem Gesetz zu Teilzeitbefristungen von Arbeitsverhältnissen und der Mitsprache von Gremien in der Arbeitswelt (beispielsweise Betriebsratsangelegenheiten).

Der große Praxisnutzen ergibt sich dann jedoch aus der Verbindung der neuesten Gestaltungsformen der flexiblen Arbeitszeit in Betrieben sowie den Erfahrungen, die die Autorin aus ihrer Praxis beisteuern kann. Der wissenschaftliche Anspruch ist dabei stets gewahrt, da die Autorin zu diesem Thema promoviert hat und die gesammelten Erkenntnisse in dem Buch angewendet werden.

Der wissenschaftliche Anspruch führt jedoch nicht dazu, dass die Inhalte schwer verständlich wären. Die Autorin verfügt über eine klare Sprache und kann themenbedingt schwierige Regelungskomplexe auf anschauliche Weise erläutern.

Gesamteindruck:
Im Endeffekt hat sich dieses Fachbuch zum häufigsten benutzten Hilfsmittel in der eigenen rechtlichen Praxis erwiesen, wenn ein Sachverhalt zu flexiblen Arbeitszeiten zu bearbeiten war. Daher kein hierfür eine uneingeschränkte Kaufempfehlung ausgesprochen werden.
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