Jurawelt

Artikel 7957
Stefanie Samland

Anspruchsvolle Examensklausuren

Eine Rezension zu:

Walter Gropp / Georg Küpper / Wolfgang Mitsch

Fallsammlung zum Strafrecht


1. Auflage

Reihe Juristische ExamensKlausuren

Springer, Berlin/Heidelberg 2003, 353 Seiten, 16,95 €
ISBN 3-540-42484-9

http://www.springer.de


Die neue Fallsammlung zum Strafrecht wurde von den gleichen Autoren zusammengestellt, die auch die Springer-Lehrbücher zum Strafrecht verfaßt haben. Somit kann eine gute Abstimmung zwischen Lehrbuch und praktischer Anwendung in der Fallbearbeitung gewährleistet werden. Ebenso wie die umfangreichen Lehrbücher gehen die einzelnen Fälle ins Detail und werden von den Autoren als "schwere Klausuraufgaben" bezeichnet.

Insgesamt umfaßt die Fallsammlung 18 Fälle – davon sechs zum AT, sechs zu den Nichtvermögensdelikten und sechs zu den Vermögensdelikten –, die so auch im Ersten Staatsexamen vorkommen können. Daher wird dem Leser im Vorwort ans Herz gelegt, zunächst selbst zu versuchen, die Klausuren unter Examensbedingungen zu lösen und im Nachhinein seine Lösung mit der Musterlösung zu vergleichen, um den höchstmöglichen Effekt zu erzielen. Neben dem Training der Fallbearbeitung und der Examensbedingungen ist auch die Repetition Ziel des Buches.

Inhaltlich sind alle erdenklichen Problemkonstellationen enthalten, bis hin zu Spezialproblemen wie der omissio libera in causa, die in der Vorlesung eher keine Rolle spielen. Die Abdeckung der AT-Probleme und einzelnen Delikte im BT ist sehr gelungen. Zur gezielten Vorbereitung auf einzelne Themenbereiche ist das Sachverzeichnis hilfreich, welches direkt auf die entsprechenden Fälle verweist. Wer nach der Lektüre der Musterlösung immer noch nicht genug hat, kann den vielen Literaturhinweisen in den Fußnoten nachgehen und sich so noch besser auf bestimmte Fragen vorbereiten. Der Stil der Lösungen hat ebenfalls Examensniveau, diese sind im Gutachtenstil gehalten, haben aber auch – wo geeignet – den Mut zum schnellen Überspringen von unproblematischen Prüfungspunkten. Grundsätzlich kann gesagt werden, daß sie "straight to the point" gehen und klar die Probleme herauskristallisieren. Streitstände werden ebenfalls klausurgerecht aufbereitet. Sie beschränken sich auf das, was von einem Klausurschreiber erwartet werden kann und werfen keine zu detaillierten Fragen, die nur in einer Hausarbeit erkannt werden könnten, auf.

Trotz der relativ kleinen Schrift sind die Lösungen wegen der Absatzzwischenräume und Hervorhebungen in Fett- und Kursivdruck gut leserlich. Positiv ist zu bewerten, daß für jeden neuen Fall eine neue Seite begonnen wurde, noch positiver wäre es gewesen, wenn auch die Lösungen jeweils auf einer neuen Seite anfangen würden, um ein Kopieren des Sachverhaltes zu erleichtern, wenn man z.B. in einer Lerngruppe mit mehreren gleichzeitig die Klausuren lösen möchte.

Gesamteindruck:
Die Fallsammlung zum Strafrecht folgt dem sehr guten Eindruck der zugehörigen Lehrbücher und bietet eine exzellente Examensvorbereitung. Wer in der Lage ist, die 18 Fälle zu lösen, wird sich im Examen mit keinen unerwarteten Problemen konfrontiert sehen. Absolut empfehlenswert!
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