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Artikel 3622
Stefanie Samland

Wissenschaftliches Arbeiten leicht gemacht

Eine Rezension zu:

Thomas Möllers

Juristische Arbeitstechnik und wissenschaftliches Arbeiten


Vahlen, München 2001, 156 S., 29,80 DM
ISBN 3-8006-2732-9


Klausur, Hausarbeit, Seminararbeit, Staatsexamen, Dissertation – Das vorliegende Buch hat den Anspruch, sich mit sämtlichen Formen juristischer Arbeiten zu beschäftigen. Ein Blick in das Inhaltsverzeichnis macht dem Leser Mut, denn es finden sich Hinweise zu Antworten auf alle Fragen, die in diesem Zusammenhang eine Rolle spielen können.

Der Verfasser beginnt mit einem Kapitel namens „Das Ziel ist der Weg – die Planungsphase“. Zunächst werden Ziele wissenschaftlichen Arbeitens benannt und alle Formen mit ihren charakteristischen Merkmalen vorgestellt. Punkt zwei dieses Abschnitts beschäftigt sich mit Lerntechniken. Möllers, selbst Professor an der Universität Augsburg, sieht eine sinnvolle Lerntechnik in den folgenden drei Schritten: a) wahrnehmen der Informationen und durch Wiederholungen Aufnahme in das Langzeitgedächtnis; b) aktives Lernen durch Kombination von akustischen und visuellen Lernmethoden; c) strukturiertes Lernen. Amüsant ist eine Anekdote am Rande: Der Professor bittet die Studenten, das Telefonbuch auswendig zu lernen. Antwort des Medizinstudenten: „Bis wann?“; Antwort des Jurastudenten: „Warum?“ – Und dies ist nicht das einzige Beispiel für die hervorragende Leserführung des Buches, durch Beispiele, Eselsbrücken oder Grafiken macht Möllers das doch eher theoretische Thema äußerst lesenswert. Das erste Kapitel enthält weiter Hinweise zur Organisation der Arbeit, von den Räumlichkeiten bis hin zu Zeitplanungen, sowie Vor- und Nachteile verschiedener Zeitpunkte für die Promotion.

Das folgende Kapitel widmet sich der juristischen Recherche. Zu diesem Thema hat Möllers auch schon in der JuS veröffentlicht, der Beitrag kann auf seiner Homepage (http://www.jura.uni-augsburg.de/Fakultaet/Moellers/) heruntergeladen werden. Einem ähnlichen Aufbau folgt das Buch an dieser Stelle.

Anschließend werden die einzelnen Arbeiten berücksichtigt und konkrete Anregungen gegeben. Eine der ersten Arbeiten, mit denen der Jurastudent konfrontiert wird, stellt die Klausur dar. Möllers warnt vor der sogenannten „Sachverhaltsquetsche“ und zeigt, wie man an das Schreiben einer Klausur herangehen sollte. Dabei werden alle drei Rechtsgebiete mit ihren typischen Problemen aufgeführt.

Kapitel vier und fünf beschreiben das Vorgehen bei längeren wissenschaftlichen Arbeiten. Zuerst sollte ein Entwurf erstellt werden, dies kann z.B. bei Hausarbeiten darin bestehen, den Fall erst einmal in Form einer Klausur zu lesen. Im Anschluß muß durch Sichtung der zur Verfügung stehenden Literatur das Thema z.B. einer Seminararbeit genau eingegrenzt werden. Der Verfasser weist auch auf rationelle Lese- und Auswahltechniken sowie auf die Erstellung einer Gliederung hin. „Struktur“ – Eines der wichtigen Worte beim Verfassen wissenschaftlicher Arbeiten. Möllers möchte dies dem Leser vermitteln und geht mit gutem Beispiel voran. Seine Ausführungen zum Aufbau von Seminararbeit oder Dissertation sind sehr gut strukturiert, so daß der Leser leicht folgen kann. Dies gilt insbesondere auch für die Hinweise zur Bewältigung von Meinungsstreits.

„Was die Gesetze ... betrifft, so finde ich es unschicklich, dass solche größtenteils in einer Sprache geschrieben sind, welche diejenigen nicht verstehen, denen sie doch zur Richtlinie dienen sollen.“ – So zitiert Möllers Friedrich den Großen und leitet damit einen Abschnitt zur juristischen Sprache ein. Juristisches Schreiben will gelernt sein, deshalb stellt der Autor sowohl Fehlerquellen als auch Kriterien eines guten juristischen Stils vor. Die Ausführungen an dieser Stelle überschreiten ein bloßes Gegenüberstellen von Gutachten- und Urteilsstil und enthalten wiederum anschauliche Beispiele.

Wer kennt das nicht? Da hat man endlich den Fall der Hausarbeit gelöst, und dann ist die Seitenbegrenzung um einiges überschritten. Es tut oft weh, sich von Geschriebenem wieder zu trennen. Diesem Phänomen dient das folgende Kapitel zum Kürzen und Zitieren, welches aber auch die äußere Form von wissenschaftlichen Arbeiten umfaßt. Hierzu sind auch Beispiele für Deckblätter abgedruckt.

Das letzte Kapitel trägt den Titel „Vortrag, mündliche Prüfung und Veröffentlichung“. Möllers geht auf den Seminarvortrag, einen Aktenvortrag oder die mündliche Prüfung ein und gibt vor allem psychologische Tips. Schließlich werden unterschiedliche Möglichkeiten der Publikation einer juristischen Doktorarbeit beschrieben, wobei sogar auf die Korrektur von Druckfahnen, einschließlich Korrekturzeichen, eingegangen wird.

Für 29,80 DM bietet das handliche Buch einen hervorragenden Überblick über die Anfertigung juristischer Arbeiten. Möllers ist Experte auf dem Gebiet und gibt auch eine gleichnamige Vorlesung (siehe ebenfalls auf seiner Homepage). Es gelingt ihm, dem Studenten die Angst vor formalen Fehlern zu nehmen sowie konkrete Anleitungen zum Vorgehen beim Schreiben wissenschaftlicher Arbeiten zu geben.





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