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"Erfahrungsbericht von der JurStart Messe in Münster" von Thorsten Kuthe
Aufmerksam wurde ich auf die JurStart Messe durch einen Hinweis in einer Mailingliste. Ich habe mich daraufhin auf der entsprechenden Web-Site informiert. Die Messe findet seit einiger Zeit jährlich statt und wird inzwischen vom Land NRW gefördert. Organisiert wird sie von der Universität Münster. Dort findet die Messe auch statt.

Vorab wurde man über die ca. 30 teilnehmenden Aussteller informiert, Links auf deren Web-Sites waren vorhanden, weitere Informationen jedoch nicht. Es handelte sich überwiegend um größere Anwaltskanzleien, weiterhin nahmen teil einige kleinere Kanzleien aus der Region, das OLG Münster und einige Exoten. Es bestand die Möglichkeit, sich durch Einsendung von Bewerbungsunterlagen vorab bei bis zu 10 Ausstellern um einen persönlichen Gesprächstermin zu bewerben. Hiervon habe ich Gebrauch gemacht. Am Tag vor der Messe kam dann per e-mail eine Liste mit 10 Terminen, der 1. morgens um 09.00.

Nachdem ich mich also morgens um 07.00 im Halbschlaf im Anzug in einen Zug gesetzt habe, gab es bei der Ankunft direkt den ersten negativen Punkt: Man hatte zwar vorher beschrieben, welchen Bus man nehmen sollte, nur nachdem ich aus der Bushaltestelle trat, sah ich mich mit einem riesigen Gebäudekomplex konfrontiert und keinerlei Hinweisschilder weit und breit zu sehen. Das führte zu einer ca. 20 minütigen zunehmend hektischeren Suche.

Die Gespräche an sich fanden in den Zimmern der einzelnen Institute statt. Jedes Gespräch war auf 30 Minuten angesetzt. Nach dem ersten Gespräch hatte ich 30 Minuten Pause, die ich in einem Erfrischungsraum verbrachte, wo es Getränke und etwas zu Essen gab - eine gute Idee, wenn ich es auch etwas albern fand, daß sich die Studentinnen, die dort tätig waren, wie Hostessen gekleidet hatten und sehr zwanghaft gaben. Anschließend - und damit komme ich zum hauptsächlichen Kritikpunkt - ging es im 35 Minutentakt weiter, d.h. 30 Minuten Gespräch, 5 Minuten Pause. Das ist definitiv viel zu knapp. Zum einen fehlt einem völlig die Zeit, sich dazwischen ein paar Notizen zu machen. Da recht viele Informationen ähnlich waren, kann man sich vorstellen, daß ich nach dem 10. Gespräch oft nur noch vage Erinnerungen hatte. Weiterhin war das ganze über 3 Etagen verteilt mit der typisch undurchschaubaren Raumnumerierung einer Universität. D.h. man brauchte die 5 Minuten schon, um zum nächsten Raum zu gelangen. Jetzt kann sich jeder vorstellen, was als nächstes passiert - ein Gespräch dauert 5 Minuten länger als geplant. Schon bricht alles zusammen. Zeit dafür, einmal eine Toilette aufzusuchen oder gar über Mittag etwas zu essen, blieb sowieso nicht.

Zum Inhalt der Gespräche ist vorab zu sagen, daß ich mich über die Kanzleien an sich vorab ein wenig informiert hatte - gute Quellen sind da www.juve.de und www.kanzleien-handbuch.de. Ansonsten wußte ich aber über die Strukturen und Arbeitsbedingungen in einer Großkanzlei wenig. Wer sich da schon gut auskennt, mag ganz andere Gesprächsinhalte erfahren - bei mir waren dies die Hauptthemen. Bei vielen Kanzleien ging es um erfolgte Fusionen und deren Folgen oder um das Verhältnis zur ausländischen Zentrale. Arbeitszeiten etc. waren natürlich auch immer Thema. Die meisten Gespräche liefen so ab, daß es einen Block gab, in dem über mich gesprochen wurde und einen weiteren, in welchem über die Kanzlei gesprochen wurde. Bezogen auf meine Person, kamen öfters Fragen zum Lebenslauf, gelegentlich - aber wenig intensiv - die Frage, warum ich mich für diese Kanzlei interessiere, Interessengebiete rechtlicher Natur, Standordpräferenzen, etc. Sonderlich intensiv war das aber alles nicht, mit dem, was man so über Bewerbungsgespräche lesen kann, hatte es letztlich nichts zu tun - es war eher ein angenehmes kurzes Geplänkel, in dem man einen ersten gegenseitigen Eindruck bekam. Das ganze endete dann mal verbindlich, mal unverbindlich, wobei letzteres nicht heißen muß, daß man nicht noch eine Einladung zu einem weiteren Gespräch bekommt. Grundsätzlich erhält man - auch wenn viele Informationen sich gleichen - schon einen Eindruck über gewisse Unterschiede, natürlich hängt das auch stark vom jeweiligen Gesprächspartner ab. Somit ist schon von beiden Seiten eine gewisse Vorauswahl möglich, einen intensiven Eindruck kann man jedoch erst in einer weiteren Gesprächsrunde erhalten.





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