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In den letzten Jahren ist die Jugendkriminalpolitik zunehmend in den Blickpunk des öffentlichen Interesses geraten. Nach Angaben des Statistischen
Bundesam-tes ist die Zahl der Verurteilungen von Jugendlichen und Heranwachsenden von 1992 bis 2001 um nahezu 35 % gestiegen. Besorgniserregend sind auch die
Rückfallquoten von 42–46% bei jugendlichen und heranwachsenden Straftätern in diesem Zeitraum. Diese Zahlen geben Anlass zu der Frage: Besteht Reformbedarf im
Bereich des Jugendstrafrechts? Um diese Frage beantworten zu können, muss zunächst geklärt werden, weshalb Jugendliche und Heranwachsende straffällig und trotz
jugendstrafrechtlicher Sanktionierung rückfällig werden. Diese Arbeit befasst sich daher mit der Einstellung von Jugendlichen und Heranwachsenden zu Rechtsbrüchen
und deren Folgen, ihren Erfahrungen mit dem Jugendstrafsystem sowie mit den Ursachen von Jugendkriminalität und Rückfalltäterschaft. Grundlage dieser
Forschungsarbeit sind Interviews mit ju-gendlichen und heranwachsenden Straftätern aus der Stadt Bayreuth, welche nach einer jugendstrafrechtlichen Sanktionierung
erneut straffällig geworden sind. Ergänzend dazu wurden Gespräche mit Jugendrichtern, Staatsanwälten, Strafverteidigern und Vertretern der Jugendgerichtshilfe aus
dem Landgerichts-bezirk Bayreuth über ihre Arbeit mit jungen Straftätern geführt. Anhand dieser Interviews deckt diese Untersuchung Schwachpunkte sowohl im
legislativen als auch im judikativen und exekutiven Bereich des Jugendstrafrechts auf. Sie be-antwortet zudem auch die Frage nach dem Reformbedarf und unterbreitet
mög-liche Änderungs- sowie Verbesserungsvorschläge.
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