Berichte über
Computerviren sind häufig in den Medien zu finden. So kennen inzwischen selbst eher unerfahrene PC-Benutzer den Melissa oder Nimda-Virus. Vor einiger
Zeit waren zumindest Bürorechner noch vor dem Virenbefall halbwegs gewappnet. Der Einsatz von Originalsoftware schaffte eine gewisse Sicherheit und der Umfang des
Datenaustausches war in Rechtsanwaltskanzleien recht gering. In den letzten Jahren – gerade mit der immer weiter verbreiteten Nutzung des Internets – hat jedoch
der Austausch von kleineren Dateien zugenommen. Die Gefahr geht dabei nicht nur von den im Internet kursierenden Raubkopien aus. Sogenannte Makro-Viren, die insbesondere im
MS Office-Paket ihr Unwesen treiben, sind eine ernsthafte Gefahr für den Bürorechner geworden. Auch die sehr bequeme und schnelle Kommunikation via e-Mail macht den Rechner
anfällig gegenüber Viren. Nach Untersuchungen sind 0,6 bis 0,7 Prozent aller Mails verseucht, die es insbesondere auf das Produkt Outlook abgesehen haben. Besondere Gefahr
bringen dabei insbesondere die angehängten Dateien, die häufig als e-Mail-Würmer bezeichnet werden. Diese richten nicht nur am eigenen PC großen Schaden an, sondern
verbreiten sich auch noch an die im Adressbuch eingetragenen Adressen. Selbst Originalsoftware kann nur noch eingeschränkt als sicher gelten, wie die koreanische Version des
Microsft Visiual Studio.Net bewiesen hat.
Die
Zuwachsrate der Viren ist im Jahr 2002 mit 5 Prozent erheblich geringer geworden. Es waren bisher rund 50 Prozent pro Jahr, um die die Anzahl der Computerviren
zugenommen hat. Insbesondere der Büro-PC bedarf daher einiger Sicherheitsvorkehrungen. Neben dem obligatorischen Backup und dem bewussten Umgang mit gefährdeten Dateien ist
der Einsatz eines Anti-Virenprogramms zu empfehlen. Vorgestellt werden soll das
AntiVirenKit der Firma GData, das inzwischen in der Version 11 vorliegt. Beim AntiVirenKit (AVK) handelt es sich um einen mehrfach ausgezeichneten Testsieger (z.B.: PC
Magazin 08/02, com!online 08/02), der sowohl in einer Einzelplatz- als auch in einer Netzwerkversion für kleinere Firmen zu erhalten ist. Wobei dem Test die
Arbeitsplatzversion zugrunde liegt.
Das AVK ist mehr als ein
Programm, das lediglich die Festplatte nach Viren untersucht. Es ermöglicht eine vollständige Integration in das eigene System. Die große
Virengefahr aus dem Internet wird durch das Scannen von e-Mails und Downloads abgemildert. Zusätzlich kann in einem individuell einstellbaren Turnus das System komplett auf
Viren überprüft werden. Dabei werden verdächtige Dateien direkt in Quarantäne genommen. Auch kann die Virusprüfung individuell und nur für einzelne Dateien gestartet werden.
Eine Update-Möglichkeit über das Internet verhindert das Veraltern der Virendatenbank.
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Die Installation der Software geht leicht von der Hand und ist selbst von unerfahrenen PC-Benutzern innerhalb von wenigen Minuten zu schaffen. Ein Blick in das
ausführliche Handbuch ist dabei nicht notwendig. Die Oberflächen sind selbsterklärend gestaltet und im Zweifel kann die Online-Hilfe befragt werden. Lediglich die
Integration in Outlook bedarf einer getrennten Aktivierung. Es ist das Konfigurationsmenü im Rahmen von Outlook aufzurufen und an die eigenen Bedürfnisse anzupassen.
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Ist der Menüpunkt einmal gefunden, lässt sich das Programm ohne Probleme nach den eigenen Vorstellungen einrichten. Positiv ist insbesondere die mögliche Aktivierung
einer e-Mail-Warnfunktion. Bei Eingang einer virenverseuchten Mail, z.B. durch einen im Internet kursierenden Virus-Wurm, wird von GDATA eine zweite Mail mit einer
Warnung erstellt. Die getestete Zusammenarbeit mit Outlook funktionierte hervorragend. Selbst größere Mailfluten (> 100 Mails) wurden anstandslos und ohne Probleme
abgearbeitet. Dabei arbeitet der Virenscanner im verborgenen und sticht dem Benutzer nur im Falle eines Viruses ins Auge. Selbstverständlich werden nicht nur
ausgehende, sondern auch eingehende Mails einer Überprüfung unterzogen.
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Das Hauptmenü von AVK präsentiert sich mit einer aufgeräumten und hübschen Oberfläche, die sich am neuen Windows-XP-Look orientiert. Das Status-Menü zeigt
Einstellungen und Stand der Virenkontrolle. Wann wurde der Rechner zuletzt überprüft, ist der Virenwächter aktiv und wann wurde das letzte Antiviren-Update
eingespielt? Auch wird angezeigt, ob Dateien in die Quarantänestation verlegt worden sind. Über den Menüpunkt „Aktionen“ lässt sich ein beliebiger
Virenscan anwerfen. Dabei kann der Benutzer zwischen einzelnen Dateien und ganzen Medien (CD-Rom, Festplatte, Diskette) wählen. Ein eigener Menüpunkt Zeitplan
ermöglicht es, automatische Virenkontrollen einzurichten.
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Dabei überzeugt der Zeitplaner sowohl hinsichtlich des riesigen Einstellungsumfangs als auch bezüglich der leichten Bedienung. In der Quarantäne können die infizierten
Dateien behandelt werden. Dabei ist das Zurückbewegen der infizierten Dateien die einfachste Übung.
Es besteht die Möglichkeit, Dateien zu desinfizieren oder Hilfe über die AVK Internet Ambulanz zu erhalten. Dabei wird die infizierte Datei per e-Mail über das Internet an
AVK verschickt. Dieses geschieht recht schnell und ohne Rückfrage beim Benutzer. Auch ist keine Beschränkung der versuchten Datei beim AVK festgelegt. Diese hatte beim
Produkttest die Folge, dass der Mailversand manuell abgebrochen werden musste. Knapp 200 MB als e-Mail zu versenden, war dem Rezensenten doch etwas zu happig. Hier müsste
GData eine andere Übertragungsmöglichkeit wählen. Ingesamt zeigt AVK gerade bei größeren Dateien seine Schwächen. Der automatische Scan von gepackten Dateien ist in der
Praxis besonders interessant. Doch was nützt dieser, wenn das Programm ab einer Dateigröße von 200 MB ab und an einen Schluckauf bekommt. Vervollständigt wird das Menü durch
die Möglichkeit der Protokolleinsicht. Hier findet sich eine vorbildliche Protokollübersicht, die alle wichtigen Daten protokolliert.
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Der Einstellungsumfang ist vorbildlich. Zumindest der Rezensent hat jede gewünschte Funktion ohne Probleme gefunden. Dabei ist der enorme Produktumfang
übersichtlich dargestellt und die Konfiguration dürfte so selbst dem blutigen PC-Anfänger ohne Probleme gelingen. Schade ist lediglich, dass aus der Systemtray nur das
Konfigurationsmenü zu starten ist. Bequem wäre es, auch hier direkt eine Virenprüfung starten zu können. Während der einzelnen Scan-Vorgänge taucht das AVK-Symbol
mehrfach in der Statusleiste auf. So lässt sich gut erkennen, wie oft das Programm gerade aktiv ist.
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Reicht die Rechnerpower gerade einmal nicht aus, so lässt sich das Programm mit einem Klick deaktivieren. Dieses betrifft dann allerdings nicht die MS-Produkte. So wird beim
Öffnen eines Worddokuments fleißig weiter nach Viren gesucht und auch Outlook kontrolliert weiterhin den Mailverkehr.
Virenprogramme, die im Ladenregel stehen, sind häufig schon hoffnungslos
veraltet. Dieses Problem löst GDATA vorbildlich. Im Lieferumfang ist für den Zeitraum eines
Jahres ein kostenloser Update-Service integriert. So lassen sich die aktuellen Daten aus dem Internet schnell auf den eigenen PC bewegen. Regelmäßige und aktuelle Updates
sorgen so für einen sichereren Schutz, als es ein älteres Programm überhaupt bieten kann. Nach dem ersten Jahr ist es möglich, die Updates weiterhin zu beziehen, dann
allerdings kostenpflichtig. Die gewonnene Sicherheit und verhinderte Ausfälle dürften die Ausgabe auf jeden Fall lohnen.
Negativ fällt jedoch die Registriermaske auf. Hier sind eine Unmenge an Angaben zur Registrierung möglich. Alleine anhand der Produkt-ID die Updates zu beziehen, ist
unmöglich. Die kompletten Kontaktdaten müssen dem Hersteller übermittelt werden. Es bleibt nur zu hoffen, dass sowohl der e-Mail- als auch der Briefpostkasten von Werbung
verschont bleiben. Hier wäre eine weniger umfangreiche Registrierung wünschenswert. Der
Support des Produktes kann sich sehen lassen. Auf eine e-Mail Anfrage kam
innerhalb von zwei Tage die richtige Lösung. Auch wenn die Frage sehr konfus gestellt war. Neben dem Mail-Support besteht die Möglichkeit der Kontaktaufnahme per Telefon und
Fax.
Eine hervorragende Idee ist die
Boot-Funktion des AVK. Die CD ist bootfähig und kann so direkt und ohne Betriebssystem gestartet werden. Es fährt dann ein
Linux-System hoch, das die vollständige Virenprüfung des PCs ermöglicht. So kann der PC auch unabhängig vom gerade eben nicht funktionierenden System durchsucht,
kontrolliert und vielleicht sogar desinfiziert werden. Bei exotischer Hardware ließ sich das Linux-System jedoch leider nicht booten. Neben dieser Idee überzeugt auch die
Technik vom AVK. So setzt das AVK ein System aus zwei verschiedenen Modulen ein. Beide Virenscanner-Module prüfen jeweils die entsprechenden Daten, so dass die
Virensicherheit durch die Verringerung von Erkennungslücken erhöht wird. Diese intensive Kontrolle bedarf jedoch einiger Zeit. So sinkt die Performance des Rechners bei
Einsatz eines Virenscanners. Diese fängt GData jedoch durch die Vielzahl an Einstellungsmöglichkeiten wieder ab. So lassen sich einzelne Kontrollen ausschalten oder die
Sicherheitsstufe herunterfahren. So ist auf modernen Rechnern ein Virenscan im Hintergrund möglich, ohne dass es der Benutzer es wirklich merkt. Lediglich bei größeren
Texten (> 25 Seiten) oder großen, gepackten Dateien (> 50 MB) kommt es zu kurzen Verzögerungen.
Der
umfassende Funktionsumfang, sowie die einfachen und gleichzeitig doch sehr umfangreichen Einstellungsmöglichkeiten sind die großen Stärken des Produktes.
Gleichzeitig sorgen wöchentliche Updates für die notwendige Virensicherheit. Es überzeugt ein Produkt, das in 11 Versionen zu einer enormen Benutzerfreundlichkeit gefunden
hat. Lediglich der Umgang mit größeren Dateimengen, die wohl im Büroalltag eher selten auftauchen, könnte noch optimiert werden. Die 59,- Euro sind sicherlich eine gute
Investition für die Virensicherheit des PCs und können größere Ausgaben ersparen.