Zahl der Selbständigen wächst rasant - Förderprogramme als “Akuthilfe” für Jungunternehmer
Nach Schätzungen des Institut für Freie Berufe, Nürnberg, liegt die Zahl der selbständigen Freiberufler derzeit bei 730.000. Sie stieg zwischen 1992 und 2000 um rund 37
Prozent an. Vertreter juristischer Berufe gehören dabei zu den Spitzenreitern der “Neuen Selbständigen”.
Doch die Herausforderung der Selbständigkeit ist nicht immer ganz leicht zu meistern. Um freiberuflich erfolgreich und gewinnbringend tätig zu sein, bedarf es mehr, als der
eigenen Fachkompetenz. Dazu gehört z.B. ein sinnvoll und effizient eingesetztes Marketing, mit der richtigen Positionierung und einer darauf abgestimmten einheitlichen
Corporate Identity. Wer eine klare Vorstellung seiner Stärken und der Ziele seines Unternehmens hat, kann sich besser verkaufen. Eine professionelle Präsenz am Markt ist
gerade auch für den Freiberufler unverzichtbar. Noch fehlende Referenzen kann er so durch eine überzeugende Selbststdarstellung wett machen. Sieht der Kunde, dass der
Neugründer in eine solide Marketing-Basis investiert hat, so wird er ihn auch in anderen Bereichen, wie z.B. seiner Preispolitik entsprechend ernstnehmen. Hier gilt wie im
Sprintlauf: Ein guter Start ist schon der halbe Sieg ...
Eben diese Start-Problematik erkannte das bereits 1964 gegründete Institut für Freie Berufe Nürnberg (IFB), das sich der Forschung rund um freie Berufe verschrieben hat. Das
IFB legte ein Coaching-Programm auf, das vom Bayerischen Wirtschaftsministerium und der EU gefördert wird. Die Kosten der Beratung, die durch externe Fachleute erfolgt,
werden mit bis zu 80 Prozent bezuschusst.
Für das Coaching-Programm stehen im laufenden Jahr DM 100.000,- zur Verfügung. Insgesamt erhält das IFB für seine Arbeit von EU und Freistaat heuer DM 580.000,-. Vom Nutzen
der Beratung ist übrigens auch das benachbarte Bundesland Hessen überzeugt: Für die Beratung seiner Freiberufler werden dem IFB zusätzlich insgesamt DM 190.000,- zur
Verfügung gestellt.
Für wen wird ein Coaching-Programm gefördert? Zuschüsse können erhalten:
- Existenzgründer und Betriebsübernehmer in freien Berufen
- Freiberufler mit rechtlichem Hauptsitz in Bayern oder Hessen
- deren Gründungs- oder Übernahmedatum nicht länger als drei Jahre zurückliegt
- am Gesellschaftskapital darf kein Großunternehmen mit mehr als 12 Prozent beteiligt sein
Höhe der Zuschüsse: Bis 80 Prozent je Beratungstag, jedoch höchstens 1.200 DM bei Einzelcoaching und 1.780 bei Gruppencoaching bei maximal 10 Tagen pro Jahr.
Ausgenommen von der Förderung ist Coaching, das sich überwiegend auf Rechts-, Versicherungs-, und Steuerfragen sowie gutachterliche Stellungnahmen bezieht.
Wie wird das Coaching abgewickelt?
- Sie nehmen Kontakt mit dem Institut für Freie Berufe Nürnberg oder mit einem Coach Ihrer Wahl auf.
- Sie stellen einen Zuschussantrag
- Zusammen mit dem ausgewählten Coach werden Beratungsbedarf und Umfang geklärt
- Bei festgestellter Förderwürdigkeit erhalten Sie einen Zuschussbescheid
- Sie schliessen einen Beratungsvertrag mit dem Coach ab
- Nach der Beratung schicken Sie die Rechnung des Coaches an das IFB
- Sie erhalten den Zuschuss!
Kontakt: Vom IFB eingesetzte Coaching-Agentur für Marketing & Corporate Identity
Sabine Vöhringer
Der blaue Punkt
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