Das Spannungsfeld zwischen den Rechten des Geistigen Eigentums - u.a. an Erfindungen, geistigen Schöpfungen, Kennzeichen - einerseits und Interessen der Allgemeinheit am
Nichtbestehen ("Gemeinfreiheit") solcher Rechte ist das Thema eines neuen Graduiertenkollegs, das die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) unlängst den Bayreuther
Juristen genehmigt hat.
Bayreuth (UBT). "Geistiges Eigentum und Gemeinfreiheit" ist das Thema eines neuen Graduiertenkollegs, das die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) unlängst den Bayreuther
Juristen genehmigt hat. Für zunächst viereinhalb Jahre werden 14 Doktorandinnen und Doktoranden mit Stipendien-, Reise-, Literaturmittel u.a. in Höhe von insgesamt rund
1.220.000 € gefördert. Zudem erhält ein Postdoktorand bzw. eine Postdoktorandin ein Stipendium für die Durchführung eines
Forschungsprojekts. An dem Graduiertenkolleg beteiligt sind die Professoren Gerhard Dannecker, Volker Emmerich, Peter W. Heermann, Diethelm Klippel, Oliver Lepsius und die
Privatdozenten Louis Pahlow und Wolfgang Weiß. Erster Sprecher des Graduiertenkollegs ist der Inhaber des Lehrstuhls Prof. Dr. Diethelm Klippel. Das Forschungsprogramm des
Graduiertenkollegs betrifft ein juristisch, politisch und wirtschaftlich sehr aktuelles Thema: das Spannungsfeld zwischen den Rechten des Geistigen Eigentums - u.a. an
Erfindungen, geistigen Schöpfungen, Kennzeichen - einerseits und Interessen der Allgemeinheit am Nichtbestehen ("Gemeinfreiheit") solcher Rechte. Das Spannungsverhältnis
zwischen einem angemessenem Schutz des Rechtsinhabers und den Zugangsinteressen anderer durchzieht wie ein roter Faden das gesamte Gebiet des Geistigen Eigentums, u.a. das
Urheber-, Patent- und Markenrecht. Es stand im Mittelpunkt von Diskussionen, die im 19. Jahrhundert bei Schaffung der heutigen Schutzrechte geführt wurden, es betrifft die
Abwägung verfassungsrechtlich geschützter Positionen, es beeinflußt den Schutzbereich und die Schranken der Immaterialgüterrechte ebenso wie die zivil- und
strafrechtlichen Sanktionen der
Rechtsverletzung und findet seine Parallele im völkerrechtlichen Ausgleich zwischen den Interessen der Industrie- und der
Entwicklungsländer. Das Forschungsthema betrifft also sämtliche Teilgebiete des Geistigen Eigentums und umfaßt zivil-, verfassungs- und strafrechtliche Fragen,
einschließlich deren internationaler und rechtshistorischer Dimension. Das Forschungsprogramm des
Graduiertenkollegs zielt gleichermaßen auf rechtswissenschaftliche Grundlagenforschung wie auf praktisch relevante Einzelprobleme, deren überzeugende Lösung die Beachtung
der Gesamtperspektive erfordert, und ist gerade angesichts neuer Entwicklungen auf dem Gebiet der Information Technology von hoher Aktualität. Ein auf die Bedürfnisse der
Promovierenden ausgerichtetes attraktives Studienprogramm soll die zu Beginn und im Verlauf der Arbeit an einer Dissertation auftretenden Hindernisse für das
wissenschaftliche Arbeiten abbauen (Promotionskurs I), in den Stand der Forschung zum Thema des Graduiertenkollegs einführen (Promotionskurs II) und die Doktorand(inn)en
dadurch und durch Doktorandenseminare, Ringvorlesungen und weitere geeignete
Veranstaltungen dazu befähigen, Grundlagenforschung und unmittelbar praxisrelevante rechtswissenschaftliche Forschung auf hohem wissenschaftlichen Niveau zu betreiben. Die
Veranstaltungen dienen dazu, die Promotionszeit zu verkürzen und die Qualität der Doktorarbeiten zu steigern. In das Studienprogramm sind fachübergreifende,
interdisziplinäre und internationale Aspekte integriert. Zweimonatige Praktika u.a. in Wirtschaftsunternehmen, Kanzleien, Behörden und in der Justiz zielen auf die
Verbesserung der Qualität der wissenschaftlichen Arbeit durch die Erfahrungen in der Praxis und auf die Verbesserung der Berufsaussichten der Kollegiaten. Das
Graduiertenkolleg ist eines von derzeit zwei durch die DFG geförderten ausschließlich
rechtswissenschaftlichen Graduiertenkollegs in der Bundesrepublik Deutschland.
Weitere Informationen bei:
Professor Dr. Diethelm Klippel
Lehrstuhl für Bürgerliches Recht und Rechtsgeschichte
Tel. 0921 / 55-3524
Fax 0921 / 55-5367
E-Mail: Diethelm.Klippel@uni-bayreuth.de
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